Politiker spotten bei Lanz über Merz: „Völlig lebensfremd“
Politiker spotten bei Lanz: Merz-Post „völlig lebensfremd“

In der Talkshow von Markus Lanz sorgte der umstrittene WM-Post des Kanzleramts für Spott und Kritik. Nach der blamablen 0:3-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay hatte das Kanzleramt auf X (ehemals Twitter) geschrieben: „Wir sind stolz auf euch! Ihr habt unser Land begeistert.“ Die Gäste der Sendung, darunter EU-Vizepräsidentin Katarina Barley (SPD) und der Europapolitiker Fabio De Masi (BSW), zeigten sich verwundert über den Realitätsverlust.

Barley vermutet falsche Version

Katarina Barley äußerte die Vermutung, dass möglicherweise die falsche Vorlage veröffentlicht wurde: „Mein erster Gedanke war, dass Spitzenpolitiker normalerweise zwei verschiedene Versionen vorerstellen lassen, und dann heißt es: Wenn gewonnen, das raus, wenn verloren, das raus. Ich kann mir das nur so erklären, dass da einfach ein Knopf gedrückt wurde.“ Lanz reagierte überrascht: „Sie glauben, dass die falsche Version rausgegangen ist?“

Doch Barley revidierte ihre Einschätzung schnell: „Nee, das ist schon die richtige. Aber dass das Spiel so grottenschlimm werden würde, das hat sich der Social-Media-Mitarbeiter wahrscheinlich nicht träumen lassen und sagte: ‚Irgendwas Positives, irgendwas Tröstendes muss rein.‘“ Lanz zitierte daraufhin höhnisch den Post: „‚Ihr habt unser Land begeistert‘ – man kann dem vieles nachsagen, aber das nicht unbedingt.“

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De Masi: „Völlig lebensfremd“

Fabio De Masi zeigte Verständnis dafür, dass ein Bundeskanzler nicht nachtreten wolle, kritisierte jedoch die Wortwahl scharf: „Ich kann verstehen, dass ein Bundeskanzler jetzt nicht nachtritt und sagt: ‚Ihr habt ja völlig grottig gespielt.‘ Das wäre auch falsch. Aber das wirkt halt völlig lebensfremd, und bei den Leuten geht natürlich sofort eine Assoziation im Kopf los: So wie unser Land gerade absteigt, hat der Mann jeden Sinn für Realität verloren.“

Die Diskussion in der Sendung zeigt, wie sehr der Post das Verhältnis zwischen Politik und Bevölkerung belastet. Während die Regierung offenbar versuchte, trotz der Niederlage positive Stimmung zu verbreiten, empfinden viele Bürger die Botschaft als unangemessen und realitätsfern. Die Talkrunde war sich einig, dass der Social-Media-Auftritt des Kanzleramts dringend überarbeitet werden müsse.

Reaktionen in den sozialen Medien

Auf X und anderen Plattformen löste der Post eine Welle der Empörung aus. Viele Nutzer kommentierten sarkastisch, die Mannschaft habe „historisch schlecht“ gespielt, und der Kanzler solle sich lieber um drängendere Probleme kümmern. Die Opposition forderte eine Erklärung, wie es zu diesem „Eigentor“ kommen konnte. Die Bundesregierung ruderte später zurück und relativierte die Aussage, doch der Imageschaden war bereits angerichtet.

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