USA greifen Iran an: Erste Militärschläge seit Rahmenabkommen
USA greifen Iran an: Erste Angriffe seit Abkommen

USA führen Vergeltungsschläge gegen den Iran durch

Das US-Zentralkommando (Centcom) hat am späten Freitagnachmittag (US-Ostküstenzeit) erstmals seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit Teheran wieder Luftangriffe gegen den Iran gemeldet. Die Angriffe richteten sich gegen iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen. Als Begründung nannte das Centcom die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag, die US-Präsident Donald Trump dem Iran zugeschrieben hatte. Trump wertete den Angriff als Verstoß gegen die Waffenruhe-Vereinbarung.

Iranische Revolutionsgarden schlagen zurück

Als Reaktion auf die US-Angriffe habe die Marine der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) US-Ziele in der Region attackiert, erklärte die iranische Eliteeinheit. Unabhängige Bestätigungen für diese Angaben liegen nicht vor, und von US-Seite gab es zunächst keine Stellungnahme. Aus der iranischen Stadt Sirik in der Provinz Hormusgan wurden Explosionsgeräusche gemeldet, wie das Staatsfernsehen Irib berichtete. Auch von der Insel Gheschm wurden Einschläge von Projektilen gemeldet.

Details zu den US-Angriffen

Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen US-Beamten, dass sechs Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe vier iranische Stellungen entlang der Straße von Hormus und auf der Insel Gheschm angegriffen hätten. Die Angriffe hätten etwa 90 Minuten gedauert. Die Stadt Sirik liegt am Persischen Golf nahe der Straße von Hormus und war bereits in der Vergangenheit Ziel von US-Angriffen.

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Der Angriff auf das Frachtschiff

Am Donnerstag war ein Angriff auf ein unter singapurischer Flagge fahrendes Handelsschiff in der Straße von Hormus bekannt geworden. Nach Angaben des US-Militärs traf der Iran das Schiff mit einer Drohne, als es die Straße von Hormus entlang der omanischen Küste verließ. Der Vorfall ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Als Reaktion unterbrach die Weltschifffahrtsorganisation IMO zunächst ihre Evakuierung festsitzender Seefahrer. Bis dahin konnte sie nach eigenen Angaben 2500 Seefahrer evakuieren.

Auswirkungen auf das Rahmenabkommen

Washington und Teheran hatten sich nach mühsamen Verhandlungen auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das vergangene Woche in Kraft trat. Es umfasst ein vorläufiges Ende der Kampfhandlungen und die Wiederöffnung der Straße von Hormus, die für den weltweiten Ölhandel zentral ist. Das Abkommen gilt als Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen, die zunächst auf 60 Tage angesetzt sind und auch das iranische Atomprogramm in den Fokus nehmen sollen. Nach den jüngsten Angriffen ist unklar, ob diese Verhandlungen fortgesetzt werden.

Reaktionen aus Washington und Teheran

US-Vizepräsident JD Vance schrieb auf der Plattform X, dass der Iran ein Abkommen über eine Waffenruhe unterzeichnet habe. Die USA hätten sich daran gehalten. Sollten iranische Vertreter Einwände haben, könnten sie sich telefonisch melden. „Gewalt wird jedoch mit Gewalt beantwortet“, betonte er. Die Iranischen Revolutionsgarden verwiesen in ihrer Stellungnahme ebenfalls auf die vereinbarte Waffenruhe und behaupteten, laut Rahmenvereinbarung liege die Verantwortung der Regelung des Verkehrs durch die Straße von Hormus beim Iran. In der veröffentlichten Vereinbarung ist dies nicht explizit so beschrieben. Vor dieser Stellungnahme hatten verschiedene Medien ein angebliches Statement der IRGC aufgegriffen, das später von IRGC-nahen Medien als falsch bezeichnet wurde.

Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel

Eng verbunden mit dem Kriegsende zwischen den USA und dem Iran ist der Konflikt im Libanon zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz. Am Freitag einigten sich der Libanon und Israel auf ein Rahmenabkommen. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Vereinbarung als „ersten Schritt“ in Richtung eines dauerhaften Friedens. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte die Vereinbarung als schwere Niederlage für den Iran. Die Hisbollah-Miliz lehnte das Abkommen jedoch ab und sieht sich nicht daran gebunden. In der libanesischen Hauptstadt Beirut kam es zu Protesten von Hisbollah-Unterstützern, die Straßen mit brennenden Reifen blockierten.

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Ausblick

Ein hochrangiger US-Beamter wurde vom „Wall Street Journal“ mit der Aussage zitiert, dass die Waffenruhe trotz der erneuten Angriffe weiterhin bestehe. Die US-Angriffe seien ausschließlich eine Vergeltungsmaßnahme für den Angriff auf das Frachtschiff. Die Zukunft des Friedensprozesses bleibt jedoch ungewiss.