Trump erhöht Druck auf Nato-Verbündete im Iran-Konflikt
US-Präsident Donald Trump hat im anhaltenden Krieg gegen den Iran die Nato-Länder mit deutlichen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung der strategisch wichtigen Straße von Hormus aufgefordert. In einem exklusiven Interview mit der Financial Times warnte der amerikanische Staatschef vor ernsten Konsequenzen für das transatlantische Bündnis, sollten die Partnerstaaten ihre Hilfe verweigern.
Drohungen und Forderungen an die Verbündeten
„Sollte es keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein“, ließ Trump verlauten. Der Präsident betonte, dass die Meerenge für den globalen Ölhandel von entscheidender Bedeutung sei und forderte konkret die Entsendung von Minensuchbooten sowie Spezialkräften zur Bekämpfung iranischer Bedrohungen.
In seinem achtminütigen Gespräch verwies Trump auch auf andere stark vom Golföl abhängige Nationen wie China und europäische Staaten. „Es ist nur angemessen, dass diejenigen, die von der Meerenge profitieren, dazu beitragen, dass dort nichts Schlimmes passiert“, argumentierte der US-Präsident. Er kündigte sogar an, ein für diesen Monat geplantes Gipfeltreffen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping verschieben zu können.
Deutsche Ablehnung und internationale Reaktionen
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits am vergangenen Freitag eine klare Absage erteilt. „Für mich gibt es im Augenblick keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken“, erklärte der deutsche Regierungschef. Deutschland sei nicht Teil dieses Krieges „und wir wollen es auch nicht werden“.
Aus Peking gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme zu Trumps Äußerungen. Der US-Präsident hatte auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass er hoffe, China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Nationen würden Kriegsschiffe entsenden, um die Schifffahrtsroute offen zu halten.
Zum Erliegen gekommener Schiffsverkehr
Der Schiffsverkehr in der lebenswichtigen Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports fließt, ist aufgrund drohender iranischer Angriffe praktisch zum Stillstand gekommen. Trump betonte die Dringlichkeit der Situation mit den Worten: „Was auch immer nötig ist“, um die Sicherheit wiederherzustellen.
Die Forderungen des amerikanischen Präsidenten stellen die Nato-Verbündeten vor eine schwierige Entscheidung: Entweder sie unterstützen die US-amerikanischen Militäraktionen im Golf oder riskieren eine nachhaltige Beschädigung der transatlantischen Beziehungen. Die Situation entwickelt sich zu einem diplomatischen Kraftakt mit globalen Auswirkungen auf Energieversorgung und internationale Sicherheit.



