Trump kündigt Fokussierung auf Kuba an: »Wir werden dieses besondere Projekt angehen«
US-Präsident Donald Trump setzt seine aggressive außenpolitische Linie fort und richtet sein Augenmerk nun offenbar auf Kuba. In einem Interview mit dem US-Sender CNN kündigte er an, dass sich die USA nach der Entführung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und dem Militärschlag gegen Iran nun »voll und ganz« auf den Inselstaat konzentrieren würden. Trump äußerte dabei die Erwartung, dass Kuba »ziemlich bald fallen« werde.
Außenminister Rubio soll nach Kuba geschickt werden
Im Telefonat mit einer CNN-Reporterin behauptete Trump weiter, dass die kubanische Seite »unbedingt einen Deal« wolle. Er plane deshalb, Außenminister Marco Rubio – von Trump im Interview als »Marco« bezeichnet – »dorthin zu schicken«, um die Entwicklung zu beobachten. Allerdings verwies Trump auf Rubios aktuell vollen Terminkalender angesichts weltweiter Krisen und sagte, sein Außenminister »erledigt gerade seine Arbeit, und als Nächstes wollen wir dieses besondere Kuba-Projekt angehen«.
Der US-Präsident betonte jedoch auch Geduld: »Wir könnten sie alle gleichzeitig angehen, aber dann passieren schlimme Dinge. Wenn man Länder im Laufe der Jahre beobachtet, macht man es bei allen zu schnell, passieren schlimme Dinge. Wir werden nicht zulassen, dass diesem Land etwas Schlimmes passiert.«
Trump spricht von 50-jähriger Beobachtung und »direkt in den Schoß gefallen«
In dem Interview zog Trump eine Bilanz der außenpolitischen Erfolge seiner zweiten Amtszeit und wiederholte seinen Zeitrahmen bezüglich Kubas: »Wir haben noch genügend Zeit, aber Kuba ist bereit – nach 50 Jahren«. Anschließend führte er aus: »Ich habe die Lage 50 Jahre lang beobachtet, und es ist mir direkt in den Schoß gefallen, wegen mir, es ist gefallen, aber es ist trotzdem direkt in den Schoß gefallen. Und wir machen uns sehr gut.«
Verschärfte Sanktionen und Embargo verschärfen Krise in Kuba
Bereits im Januar hatte Trump einen Versorgungsstopp für Kuba verhängt und auf seiner Plattform Truth Social geschrieben: »Es wird kein Öl oder Geld mehr nach Kuba gehen – null!« Nach dem Angriff auf Venezuela am 3. Januar und der Übernahme der dortigen Ölindustrie verhinderte die Trump-Regierung zudem, dass Venezuela Öl nach Kuba schickte.
Die kubanische Regierung war jedoch auf diese Öllieferungen angewiesen, um etwa ein Drittel der täglich benötigten 100.000 Barrel für den Betrieb von Fabriken, öffentlichem Nahverkehr und Stromversorgung zu decken, wie Recherchen der »New York Times« ergaben. Seitdem hat sich die Lage in Kuba dramatisch zugespitzt – Trumps Ölembargo hat die schwerste Versorgungskrise seit Jahrzehnten ausgelöst.
Angst vor militärischer Invasion wächst in Kuba
Gleichzeitig wächst auf der Insel die Furcht vor einem möglichen Angriff der USA. Eine Kubanerin sagte jüngst zur »New York Times«: »Ich habe Angst vor einer militärischen Invasion. Das ganze Land hat Angst.« Trumps Regierung hatte wiederholt angedeutet, dass ihr Plan darin bestehe, die kubanische Regierung unter dem Gewicht von Wirtschaftssanktionen zusammenbrechen zu lassen – und nicht durch direkte militärische Maßnahmen.
Am Tag nach der Entführung Maduros sagte Trump auf die Frage, ob in Kuba ähnliche Maßnahmen denkbar seien: »Ich denke, es wird einfach fallen. Ich glaube nicht, dass wir irgendwelche Maßnahmen brauchen. Sieht so aus, als würde es passieren. Es geht bald zu Ende.«
Die verschärften Sanktionen und das Ölembargo haben bereits jetzt verheerende Auswirkungen auf die kubanische Bevölkerung und Wirtschaft. Experten befürchten eine weitere Eskalation der bereits angespannten Beziehungen zwischen den USA und Kuba.



