Trumps Freedom Fuel Tankstelle: Sprit für 80 Cent pro Liter
Trump-Tankstelle: Sprit für 80 Cent pro Liter

In Dresher, einem Vorort von Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania, verkauft eine Tankstelle unter dem Namen „Freedom Fuel Network“ seit dem 7. Juli Benzin für 3,47 Dollar pro Gallone – umgerechnet etwa 80 Euro-Cent pro Liter. Die Zahl 47 ist eine Anspielung auf Donald Trump, der als 47. Präsident der USA vereidigt wurde. Die Aktion fällt mit dem 250. Geburtstag der USA zusammen und wird von Trump als „Freedom Fuel“ beworben.

PR-Aktion mit politischer Symbolik

Das Weiße Haus veröffentlichte ein Video zufriedener Kunden, das über den offiziellen Account verbreitet wurde. Darin bedanken sich die Kunden überschwänglich bei Trump für die günstigen Preise. Die Tankstelle selbst ist mit amerikanischen Flaggen und dem Adler dekoriert. Noch vor Wochen war an derselben Stelle eine Sunoco-Tankstelle gewesen, die nun unter dem neuen Namen Sprit verkauft. Bereits Ende Juni hatte Trump die Aktion auf seiner Plattform „Truth Social“ angekündigt: „Die Benzinpreise werden nicht so stark fallen, wie es angemessen ist. Ein sehr kluger Einzelhändler wird 25 ‚Freedom Fuel‘-Tankstellen mit niedrigeren Preisen eröffnen.“

Preisvorteil gegenüber Nachbarn

An der ersten Station der Kette ist der Sprit tatsächlich günstiger. Laut dem „Philadelphia Inquirer“ kostet die Gallone an benachbarten Tankstellen bis zu 38 Cent mehr. Auch in South Jersey und weiteren Vororten haben inzwischen einzelne Stationen unter der neuen Marke geöffnet. Laut Website des Netzwerks sollen es insgesamt 25 Standorte in der Region Philadelphia und South Jersey sein. Die US-Spritpreise waren seit dem amerikanischen Angriff auf den Iran und der zeitweiligen Sperrung der Straße von Hormus stark gestiegen, mit einem landesweiten Durchschnitt von zuletzt rund 3,95 Dollar pro Gallone in Philadelphia – fast 20 Prozent mehr als vor einem Jahr.

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Ungeklärte Finanzierung

Unklar ist, wer hinter „Freedom Fuel“ steckt. Das Weiße Haus bestätigte zwar, dass die Liste der 25 Standorte echt sei. Doch die Finanzierung der neuen Tankstellen bleibt unklar. Ein Sprecher des Präsidenten betonte lediglich, es handele sich um ein privates Unternehmen ohne staatliche Förderung oder vergünstigten Einkauf. Analyst Patrick De Haan von der amerikanischen Website „GasBuddy“, die landesweit Spritpreise vergleicht, hält die Preise auf Dauer für „nicht kostendeckend“. Stationen, die derart deutlich unter dem Marktniveau verkaufen, müssten Verluste von schätzungsweise 20 bis 50 Cent pro Gallone hinnehmen. Kritiker wittern daher eine versteckte Subvention zu PR-Zwecken.

Historische Parallelen

Es wäre nicht das erste Mal, dass in den USA hohe Spritpreise für Werbezwecke genutzt werden. Der Mobilfunkanbieter T-Mobile hatte an mehreren Tankstellen in Los Angeles, Houston oder Chicago im Juni eine Gallone für 1,99 Dollar verkauft. Die Verluste wurden damals vom Unternehmen getragen. Trump selbst versprach, dass die Benzinpreise bald wieder auf Rekordtiefs zurückkehren würden, „die die Amerikaner an der Zapfsäule vor unserem sehr erfolgreichen ‚Ausflug‘ in den Iran genießen konnten“.

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