US-Präsident Donald Trump hat beim Nato-Gipfel in Ankara einen denkwürdigen Tag mit extremen Stimmungsschwankungen erlebt. Der Tag begann mit scharfen Tönen gegen die Verbündeten, gefolgt von einem Bekenntnis zur Allianz und endete mit demonstrativer Begeisterung für die Nato.
Schroffe Töne am Morgen
Am Vormittag hatte Trump die europäischen Nato-Partner noch massiv kritisiert und ihnen vorgeworfen, zu wenig für die Verteidigung auszugeben. „Die Nato ist eine große Sache, aber viele Länder zahlen nicht ihren fairen Anteil“, sagte Trump vor Journalisten. Besonders Deutschland nahm er ins Visier: „Deutschland zahlt nur einen Bruchteil von dem, was es müsste.“
Die Stimmung im Saal war angespannt, als Trump seine Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben wiederholte. „Die USA tragen die Hauptlast, das kann nicht so weitergehen“, drohte der Präsident. Seine Ausführungen sorgten bei den europäischen Delegierten für Unmut, wie Teilnehmer berichteten.
Wendung am Nachmittag
Am Nachmittag folgte dann eine überraschende Kehrtwende. In einer Rede vor den Nato-Staats- und Regierungschefs bekannte sich Trump plötzlich zur Allianz. „Die Nato ist sehr wichtig für uns“, sagte er. „Wir werden zusammenstehen und unsere Bündnisverpflichtungen einhalten.“ Die anwesenden Diplomaten zeigten sich erleichtert über diese klare Aussage.
„Da war enorme Liebe in diesem Raum“, beschrieb ein Teilnehmer die plötzlich entspannte Atmosphäre. Trump habe sogar seine Wertschätzung für die Zusammenarbeit mit der Türkei zum Ausdruck gebracht.
Begeisterung am Abend
Den Abschluss des Tages bildete eine Pressekonferenz, die sich um mehr als eine Stunde verzögerte. In dem überfüllten Saal ließ Trump auf Anweisung des Secret Service Fluchtwege ausweisen. Als er schließlich erschien, zeigte er sich begeistert von der Nato. „Die Nato ist eine großartige Organisation“, rief er. „Wir haben heute große Fortschritte gemacht.“
Der Präsident lobte die Solidarität der Verbündeten und kündigte an, dass die USA ihren Beitrag zur kollektiven Verteidigung weiterhin leisten würden. „Amerika steht fest zu seinen Verpflichtungen“, betonte Trump. Die Pressekonferenz endete mit einer positiven Note, die viele Beobachter überraschte.
Hintergründe des Stimmungswandels
Diplomaten erklärten den Stimmungswandel mit taktischen Erwägungen Trumps. Der US-Präsident wolle einerseits Druck auf die Verbündeten ausüben, andererseits aber die Einheit der Allianz nicht gefährden. „Er spielt ein doppeltes Spiel“, analysierte ein Nato-Diplomat. „Erst fordert er, dann lobt er – das ist seine Verhandlungsstrategie.“
Die europäischen Partner zeigten sich dennoch zufrieden mit dem Ausgang des Gipfeltages. „Wir haben klare Bekenntnisse gehört, darauf kommt es an“, sagte ein deutscher Regierungsvertreter. Die Nato sei gestärkt aus dem Treffen hervorgegangen.



