Ukraine greift Moskau mit fast 200 Drohnen an – Raffinerie brennt
Ukraine greift Moskau mit fast 200 Drohnen an (19.06.2026)

Massiver Drohnenangriff auf Moskau

Die russische Hauptstadt Moskau ist am Donnerstag einem der schwersten ukrainischen Drohnenangriffe seit Kriegsbeginn ausgesetzt gewesen. Nach offiziellen Angaben wurden fast 200 Drohnen abgeschossen, doch mehrere schlugen ein und verursachten Brände. Besonders betroffen war eine große Ölraffinerie im Südosten der Stadt.

Raffinerie in Kapotnja in Flammen

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin räumte ein, dass es einigen Drohnen gelungen sei, die Raffinerie zu erreichen. Unabhängige Beobachter wie das Portal „Astra“ identifizierten mindestens fünf Brandherde in der Anlage. Die Raffinerie gehört zu Gazpromneft und ist eine der größten in Russland. Sie versorgt Moskau maßgeblich mit Treibstoff.

Flugabwehr zeigt Schwächen

In sozialen Medien kursieren Videos, die die Hilflosigkeit der russischen Flugabwehr zeigen. Drohnen fliegen unbeeindruckt von Gewehrsalven weiter, Flugabwehrgeschosse verfehlen ihr Ziel oder explodieren erst am Boden, wie in einem Gartenfachmarkt nahe der Raffinerie. Die Echtheit der Aufnahmen konnte nicht sofort verifiziert werden.

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Zivile Opfer und Schäden

Bei dem Angriff wurde ein achtjähriges Mädchen in Schukowski getötet, mindestens 16 Menschen wurden verletzt. Ein Wohnhaus in Moskau und ein Hochhaus im Umland wurden beschädigt. Die vier Moskauer Flughäfen wurden vorübergehend geschlossen, was zu Verspätungen und Flugausfällen führte.

Selenskyj: „Langstrecken-Sanktionen“

Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff und bezeichnete ihn als Teil der ukrainischen „Langstrecken-Sanktionen“ gegen die russische Ölindustrie. Es sei die logische Antwort auf russische Angriffe, insbesondere auf den Beschuss des Höhlenklosters in Kiew. Er drohte: „Wenn die Ukraine brennt, wird auch Moskau brennen.“

Lawrow kündigt Vergeltung an

Russlands Außenminister Sergej Lawrow drohte mit massiven Vergeltungsschlägen. Kremlchef Wladimir Putin habe bereits weitere „massive Angriffe“ angekündigt. Tatsächlich griff Russland die Ukraine erneut mit Drohnen an, wobei mindestens drei Menschen starben, darunter ein achtjähriges Mädchen.

Hintergrund: Krieg und Öl

Die Ukraine attackiert seit Monaten vermehrt Raffinerien im russischen Hinterland, um die Treibstoffversorgung der russischen Truppen und die Kriegsfinanzierung zu erschweren. Der jüngste Angriff fiel mit dem ASEAN-Gipfel in Kasan zusammen, den Putin ausrichtete. Bereits im Juni hatte die Ukraine ein Tanklager in St. Petersburg angegriffen, während dort das Internationale Wirtschaftsforum tagte.

Neben Moskau wurden auch andere russische Regionen und von Russland kontrollierte Gebiete attackiert. Das russische Militär meldete insgesamt mehr als 550 abgefangene Drohnen. In der Grenzregion Belgorod gab es einen Toten, in Kursk und dem besetzten Donezk Verletzte. Die Krim soll zudem durch Drohnenangriffe von Versorgungswegen abgeschnitten werden.

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