Amazon MGM stoppt Vertrieb von Altman-Biopic
Regisseur Luca Guadagnino („Challengers“) hat seinen Spielfilm über den KI-Pionier Sam Altman fast fertig gedreht. Doch Amazon möchte den Film nicht vertreiben. Offenbar ist der Milliardendeal mit der KI-Firma wichtiger.
Dass biografische Spielfilme über Techunternehmer Erfolg versprechend sind, künstlerisch wie kommerziell, weiß man wohl, seit David Fincher die Anfänge von Facebook im Film „The Social Network“ inszenierte. Jesse Eisenberg spielte darin Mark Zuckerberg, der Film bekam drei Oscars, unter anderem für das Drehbuch von Aaron Sorkin, der seit einer Weile an einer Fortsetzung arbeitet. Zuckerbergs Gegenspieler in „The Social Network“ wurde von Andrew Garfield gespielt, der kurioserweise nun die Hauptrolle in einem weiteren Tech-Bro-Biopic spielt: „Artificial“ soll das Leben von Sam Altman nachzeichnen, einem der Gründer von OpenAI, der Firma hinter ChatGPT. Im Speziellen soll es um die Phase im Herbst 2023 gehen, als Altman innerhalb kurzer Zeit als Chef des KI-Start-ups geschasst und dann wieder eingesetzt wurde.
Beteiligte und Hintergründe
Andrew Garfield spielt in „Artificial“ Sam Altman, das Drehbuch stammt von Simon Rich, einem früheren „Saturday Night Live“-Autor, die Regie führt Luca Guadagnino. Der Italiener wurde international bekannt durch das Coming-of-Age-Drama „Call Me By Your Name“. Seither hat Guadagnino mehrfach mit dem Filmstudio Amazon MGM zusammengearbeitet, unter anderem bei seinem kommerziell erfolgreichsten Spielfilm, dem Tennisdrama „Challengers“ mit Zendaya und Josh O'Connor. Auch bei „Artificial“ war Amazon MGM als Vertrieb mit an Bord.
Eigentlich eine vielversprechende Kombination für alle Beteiligten – wäre da nicht eine Kooperation der Firmen OpenAI und Amazon, die finanziell in ganz anderen Sphären liegt als ein Spielfilm, dessen Budget 40 Millionen US-Dollar betragen soll. Ende Februar gab das KI-Unternehmen bekannt, man habe in einer Finanzierungsrunde eine Investitionszusage von Amazon in Höhe von 50 Milliarden Dollar erhalten. Teil der Vereinbarung ist eine vertiefte technologische Partnerschaft der beiden Unternehmen.
Amazon zieht sich zurück
Wie mehrere US-Branchenmedien melden, hat nun Mike Hopkins, der Studioboss von Amazon MGM und Prime Video, die Zusammenarbeit an „Artificial“ gestoppt. Ein Autor des Portals „Puck“ konnte Einblick in das Drehbuch nehmen und beschrieb Sam Altmans Figur darin als „einen heuchlerischen Intriganten“. In einem Statement, aus dem „Deadline“ zitiert, schrieb Amazon nun, man habe höchsten Respekt für Luca Guadagnino als Filmemacher und hoffe, die langjährige Beziehung fortzuführen. Für den Film „Artificial“ aber „glauben wir, dass ihm mehr gedient wäre, wenn er von einem anderen Studio vertrieben würde“.
Man arbeite eng mit dem Team daran, ein neues Zuhause für den Film zu finden, heißt es weiter in dem Statement. „Variety“ hat von Testvorführungen für andere Studios erfahren, die bereits durchgeführt worden seien und positive Reaktionen hervorgerufen hatten.



