Moskau meldet massiven Drohnenangriff aus der Ukraine
Die ukrainische Armee hat nach russischen Angaben in der Nacht zum Dienstag rund 430 Drohnen auf Moskau abgefeuert. Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, erklärte in Online-Netzwerken, die meisten Drohnen seien bereits in großer Entfernung neutralisiert worden. 36 feindliche Drohnen seien beim Anflug auf Moskau zerstört worden. Der Angriff erfolgte unmittelbar vor dem Beginn des Nato-Gipfels in der Türkei, bei dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet wird.
Selenskyj: Krieg wird am Himmel entschieden
In einem Interview mit der „Financial Times“ betonte Selenskyj, die entscheidende Schlacht im Krieg gegen Russland werde am Himmel ausgetragen. „Wenn sie den Feind am Schlachtfeld stoppen, wenn sie den Krieg an Land aufhalten und wenn sie ihm die Seeherrschaft nehmen, wie wir es getan haben, dann wird der Himmel zum nächsten Schlachtfeld“, sagte Selenskyj. Seiner Ansicht nach habe die Entwicklung von Langstrecken-Drohnen den Verlauf des Kriegs bereits verändert und geholfen, Russlands Militärmaschine zu schwächen. Dies habe bereits dazu geführt, dass US-Präsident Donald Trump den Krieg in einem neuen Licht sehe.
Trump sieht Lösung für Ukraine-Krieg näher rücken
US-Präsident Donald Trump zufolge rückt eine Lösung für den Krieg in der Ukraine näher, als viele glaubten. Er werde das Thema diese Woche auf dem Nato-Gipfel in der Türkei ansprechen, sagte Trump am Montag. Er habe am Wochenende ein sehr gutes Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter zufolge plant Trump am Mittwoch am Rande des Gipfels ein Treffen mit Selenskyj, um einen neuen Vorstoß zur Beendigung des Krieges zu unternehmen. Die Regierung in Moskau bestätigte den Kontakt zwischen Trump und Putin. Beide Präsidenten seien übereingekommen, bald erneut miteinander zu sprechen, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow.
Nato-Generalsekretär Rutte fordert ausreichende Unterstützung für die Ukraine
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Mitgliedstaaten des Bündnisses vor dem Gipfel in Ankara dazu aufgerufen, die Ukraine ausreichend zu unterstützen. „Die Verbündeten und Nato-Partner müssen weiterhin dafür sorgen, dass die Ukraine das bekommt, was sie braucht“, sagte Rutte am Montag vor Journalisten. Die Ukraine verändere derzeit zwar die Dynamik auf dem Schlachtfeld, benötige aber anhaltende Unterstützung, insbesondere bei der Luftverteidigung.
Mindestens 20 Tote bei schweren russischen Luftangriffen auf Kyjiw
Bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Kyjiw wurden am Montagmorgen mindestens 20 Menschen getötet. Nach Behördenangaben kamen in der ukrainischen Hauptstadt 14 Menschen ums Leben, sechs weitere in der umliegenden Region. Der Schlag offenbarte einen akuten Mangel an US-Abfangraketen bei der ukrainischen Luftabwehr. Die Attacken ereigneten sich unmittelbar vor dem am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel.
Munitionslager bei Kyjiw getroffen
Nach einem russischen Raketenangriff ist die Zahl der Toten in der Satellitenstadt Wyschnewe am Westrand von Kiew auf fünf gestiegen. Weitere 21 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte der Zivilschutz bei Telegram mit. Über 600 Menschen mussten evakuiert werden. Videos zeigten Folgeexplosionen, mutmaßlich von gelagerter Munition. Die Luftqualität in Wyschnewe hat sich deutlich verschlechtert; der Luftqualitätsindex lag bei 193, was einem gesundheitsschädlichen Verschmutzungsniveau entspricht.
Ukraine meldet Angriffe auf russische Ölraffinerien
Das ukrainische Militär hat Angriffe auf zwei russische Ölraffinerien in den Regionen Jaroslawl und Leningrad gemeldet. Nahe der Raffinerie Slawneft-Janos in Jaroslawl seien Explosionen registriert worden. Zwei Menschen erlitten Splitterverletzungen. Auch eine Anlage des Energieunternehmens Nowatek im Ostsee-Hafen Ust-Luga wurde getroffen. Mehrere ukrainische Drohnen erreichten zudem das Industriezentrum Omsk in Westsibirien, rund 2700 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernt. Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht 613 ukrainische Drohnen abgeschossen.
Polens Ministerpräsident Tusk fordert Konsens bei Ukraine-Hilfen
Polens Ministerpräsident Donald Tusk forderte eine Rückkehr zu parteiübergreifender Einigkeit über Militärhilfen für die Ukraine. „Man darf unsere Zusammenarbeit mit der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriff nicht gefährden“, sagte Tusk. Er warnte andere Politiker davor, in dieser Frage mit dem Feuer zu spielen. „Jede Rakete, die in der Ukraine abgefeuert wird und die Geschosse, Raketen, Drohnen und Flugzeuge des Angreifers zerstört, bedeutet mehr Sicherheit für Polen“, entgegnete Tusk auf Kritik.
Nato soll Ukraine Hilfe von 140 Milliarden Euro zusagen
Der Nato-Gipfel soll der Ukraine nach Angaben der Bundesregierung Finanzzusagen für die kommenden zwei Jahre von mindestens 140 Milliarden Euro geben. Verankert seien im Entwurf der Gipfelerklärung 70 Milliarden für 2026 und mindestens 70 Milliarden Euro für 2027, die durch die europäischen Partner mit Kanada bereitgestellt werden, sagte ein deutscher Regierungsvertreter am Montag in Berlin. Die Ukraine benötige jedoch 60 bis 70 Milliarden Euro jährlich. Die Bundesregierung hatte vorgeschlagen, dass Europäer und Kanada zusätzliche bilaterale Hilfe leisten.



