Bei einem massiven ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau am Donnerstag wurden nach offiziellen Angaben große Rauchsäulen über der russischen Hauptstadt gesichtet. Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, die Luftverteidigung habe 180 Drohnen abgefangen, einige hätten jedoch eine große Raffinerie getroffen. Die Straßen in der Nähe der Anlage wurden gesperrt, russische Medien berichteten von Flammen. Der Flugbetrieb an allen großen Moskauer Flughäfen wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt.
Selenskyj führt Gespräche mit Trump und Macron
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, er habe zum Abschluss des G7-Gipfels in Evian mit US-Präsident Donald Trump und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron gesprochen. Es sei ein wichtiges koordinierendes Gespräch gewesen, das viel verändern könnte. In Brüssel sprach Selenskyj auch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte über die Stärkung der ukrainischen Verteidigung und die Produktion von Luftabwehrsystemen.
Trump erwägt Wiedereinführung von Sanktionen gegen Russland
US-Präsident Donald Trump schließt eine Wiedereinführung von Sanktionen gegen Russland nicht aus. Er habe sicherstellen wollen, dass der Ölpreis niedrig bleibe, sagte Trump. Das US-Finanzministerium verlängerte die Ausnahmegenehmigung für Sanktionen auf russisches Öl nicht; die Regelung ist abgelaufen. Trump erklärte, er werde die Sanktionen möglicherweise wieder einführen.
Nato-Verteidigungsminister fordern mehr Ausgaben
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth forderte vor einem Nato-Treffen in Brüssel, dass einige Verbündete mehr für die Verteidigung tun müssten. Die Nato hatte beschlossen, bis 2035 die Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent des BIP zu erhöhen. Hegseth betonte, man werde offen darüber sprechen, wer mehr tun müsse.
Bundesaußenminister sichert Polen Unterstützung zu
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sicherte Polen im Falle einer russischen Aggression die volle Unterstützung der Bundeswehr zu. In einem Interview mit der Deutschen Welle und TVP sagte er: „Wir werden keine Sekunde zögern. Wenn das Nato-Territorium angegriffen wird, werden deutsche Soldaten jeden Zentimeter verteidigen.“
Nächtlicher Raketenangriff auf Kyjiw
Nach der Unterstützungszusage der G7 griff Russland Kyjiw mit ballistischen Raketen an. In fast der gesamten Ukraine herrschte Luftalarm. Der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, forderte die Bevölkerung auf, in Sicherheit zu bleiben. Ein Reuters-Reporter hörte laute Explosionen. In Sumy wurde eine Person bei einem Drohnenangriff getötet.
EU plant Verlängerung des Schutzstatus für Ukrainer – mit Ausnahmen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte eine weitere Verlängerung des temporären Schutzes für Ukrainer an, allerdings mit Ausnahmen. Es müsse sichergestellt werden, dass die Fähigkeit der Ukraine zur Selbstverteidigung nicht untergraben werde. Dies könnte bedeuten, dass ukrainische Männer im wehrfähigen Alter von der Regelung ausgenommen werden. Der Schutzstatus war zuletzt bis März 2027 verlängert worden; mehr als 4,3 Millionen Ukrainer haben ihn in Anspruch genommen.
Ukrainischer Minister: Drohnen verwandeln Krim in Insel
Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow kündigte an, die Krim durch Drohnenangriffe zu isolieren. „Es sieht so aus, als ob sich die Krim in Kürze in eine Insel verwandelt“, sagte er. Die Angriffe auf russische Nachschublinien öffneten ein „Fenster der Möglichkeiten“. Die russische Logistik sei bereits beeinträchtigt, die Zahl der russischen Angriffe entlang der Frontlinie gehe zurück. Innerhalb von vier Monaten habe sein Ministerium mehr Drohnen eingekauft als im gesamten Vorjahr.
Merz: Trump stimmt Lizenzproduktion von US-Waffen zu
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte beim G7-Gipfel, die G7-Staaten wollten Engpässe bei der Waffenversorgung der Ukraine durch Produktionslizenzen beseitigen. US-Präsident Trump habe ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft gezeigt. Die Gipfel-Erklärung zur Ukraine sprach von einer Ausweitung der Lizenzen an die Ukraine zur Steigerung der militärischen Produktion.
Bundesregierung: Russland kann Krieg nicht gewinnen
Ein Regierungssprecher in Berlin sagte, Russland könne den Krieg militärisch nicht gewinnen. Die Bundesregierung wolle diese Dynamik nutzen, um ernsthafte Friedensgespräche anzustoßen. Russland zeige jedoch keine Verhandlungsbereitschaft.
Lockerung von US-Öl-Sanktionen ausgelaufen
Die Ausnahmeregelung zu gelockerten US-Sanktionen gegen russisches Öl ist abgelaufen. US-Präsident Trump hatte auf dem G7-Gipfel eine mögliche Rückkehr zu Sanktionen angedeutet. Auch Exportbeschränkungen für iranisches Rohöl sollen fallen.
Technische Probleme bei russischer Rakete „Oreschnik“?
Der ukrainische Sender 24 Kanal berichtet unter Berufung auf die Analysegruppe Dallas Analytics über technische Probleme bei der russischen ballistischen Rakete „Oreschnik“. Interne Dokumente deuteten auf Schwierigkeiten bei der Produktion und Qualitätskontrolle von Navigationsbauteilen hin. Eine unabhängige Überprüfung der Echtheit liegt nicht vor.
EU fordert Medienunabhängigkeit in Ukraine
Die EU erwartet von der Ukraine weitere Fortschritte bei Meinungsfreiheit und Medienpluralismus im Rahmen der Beitrittsverhandlungen. Nach dem Krieg solle die Ukraine zu einer Medienlandschaft mit unabhängigen Redaktionen übergehen.
Ukraine: EU-Beitritt bis 2030 realistisch
Die EU-Botschafterin in der Ukraine, Katarína Mathernová, hält einen Beitritt bis 2030 für realistisch. Trotz des Kriegsrechts gelinge es dem Land, Sicherheitsanforderungen mit demokratischen Rechten in Einklang zu bringen.
Ukraine finanziert höhere Soldzahlungen durch bessere Verträge
Verteidigungsminister Fedorow erklärte, die Regierung habe die Soldzahlungen erhöht, ohne zusätzliche Haushaltsmittel bereitzustellen. Durch transparente Ausschreibungen und Korruptionsbekämpfung seien Einsparungen erzielt worden. Die Einkaufspreise für 155-Millimeter-Artilleriemunition seien um 16 bis 20 Prozent gesunken.
Politico: Trump verspricht Ukraine-Unterstützung gegen Iran-Deal
Laut „Politico“ hat Trump hinter verschlossenen Türen versichert, die USA würden weiterhin zur Ukraine stehen. Die Unterstützung sei Teil eines Pakets: Europa solle ein Abkommen mit dem Iran unterstützen und sich an der Sicherung der Straße von Hormus beteiligen. Europäische Regierungschefs reagierten vorsichtig optimistisch.
Russischer Aktienmarkt verliert Milliarden
Der russische Aktienmarkt reagierte mit Verlusten auf die mögliche Wiedereinführung von Sanktionen. Der Moskauer Börsenindex fiel um mehr als zwei Prozent. Seit Kriegsbeginn hat der Markt mehr als 180 Milliarden Euro an Wert verloren, wie die Moscow Times berichtet.
Vier Tote bei russischen Angriffen in der Ostukraine
Bei russischen Angriffen auf Slowjansk und Saporischschja kamen vier Menschen ums Leben. In Slowjansk starben drei Menschen bei Bombenangriffen, in Saporischschja wurde ein Mann durch eine Drohne getötet. Ein Wohnhaus und ein Einkaufszentrum gerieten in Brand.



