Schauspieler Christian Ulmen zieht gegen die Kündigung seiner geplanten Streamingserie „The Au Pair“ vor Gericht. Der Fall wird am Montag vor dem Arbeitsgericht Berlin verhandelt, wie das Gericht mitteilte. Ulmen hatte das Drehbuch für die Serie geschrieben und mit der Produktionsfirma mehrere Verträge abgeschlossen, darunter einen Regie-, einen Autoren- und einen Editorenvertrag sowie eine Exklusivvereinbarung. Diese wurden von der Produktionsfirma am 15. April 2026 fristlos gekündigt. Zur Begründung verwies die Firma auf strafrechtlich relevante Vorwürfe gegen Ulmen und auf inhaltliche Parallelen zwischen diesen Vorwürfen und der Handlung der Serie.
Parallelen zur Handlung
Bereits im April hatte der Streamingdienst Joyn angekündigt, die Serie vorerst nicht auszustrahlen. Nach einem Bericht der „Zeit“ lagen der Redaktion sechs von acht Episodendrehbüchern vor, die Motive wie falsche Identitäten im Internet, pornografische Inhalte und ein Geständnis einer Figur enthielten, intime Bilder einer Partnerin in Sex-Chatforen veröffentlicht zu haben. Diese Parallelen zu den Vorwürfen gegen Ulmen sorgten für Aufsehen.
Klage gegen Vertragsbeendigung
Mit seiner Klage wendet sich Ulmen gegen die Beendigung der Vertragsverhältnisse. Er macht geltend, als Arbeitnehmer bei der Filmproduktionsfirma beschäftigt gewesen zu sein. Das Gericht plant zunächst einen Gütetermin vor der Vorsitzenden.
Hintergrund der Vorwürfe
Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen unter anderem Anmaßung des Personenstandes, öffentliche Beleidigung und Körperverletzung vor. Der SPIEGEL enthüllte den Fall im März. Demnach soll Ulmen in sozialen Medien täuschend echte Fake-Profile von Fernandes erstellt und darüber Hunderte Männer kontaktiert haben. Über diese Accounts soll er sich als Fernandes ausgegeben und sexuelle Chats geführt sowie erotische Bilder und Videos verschickt haben.
Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat im Mai Ermittlungen gegen Ulmen eingeleitet, die sich jedoch nur auf einen Teil der Vorwürfe beziehen. Die Vorwürfe der „digitalen Gewalt“ sind noch Gegenstand der Prüfung. Es geht um mehrere Fälle mutmaßlicher Körperverletzung, die zwischen 2022 und 2023 in Spanien stattgefunden haben sollen. Eine Entscheidung über eine Anklage steht noch aus. Ulmens Anwälte bestreiten die Vorwürfe.



