USA setzen hohe Belohnung für Ergreifung iranischer Führung aus
Washington – Die Vereinigten Staaten erhöhen den Druck auf die neue Führung in Teheran erheblich. Am Freitag verkündete das US-Außenministerium eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar, umgerechnet etwa 8,7 Millionen Euro, für Hinweise, die zur Festnahme von Ober-Mullah Modschtaba Chamenei (56) und weiteren Köpfen der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) führen. Chamenei war erst am vergangenen Sonntag zum neuen „obersten Führer“ des Iran ernannt worden, nachdem der langjährige Ayatollah Ali Chamenei im Alter von 86 Jahren verstorben war.
Appell an potenzielle Informanten aus Regimekreisen
Unter dem offiziellen Account „Rewards for Justice“ veröffentlichte das Ministerium auf der Plattform X einen deutlichen Aufruf: „Haben Sie Informationen über diese iranischen Terroristenführer? Schicken Sie uns einen Tipp!“ Dieser Appell richtet sich offensichtlich gezielt an potenzielle Informanten aus den inneren Kreisen des Regimes in Teheran. Neben der finanziellen Vergütung wird den Hinweisgebern zusätzlich ein umfassendes Schutzprogramm angeboten.
In der offiziellen Mitteilung heißt es explizit, dass sich Informanten „für die Prämie und einen Umzug qualifizieren“ könnten. Dies bedeutet im Klartext: Als Gegenleistung für wertvolle Hinweise zum Aufenthaltsort der gesuchten Mullahs und ihrer Gefolgsleute wird den Informanten nicht nur Geld, sondern auch Schutz im Ausland gewährt – höchstwahrscheinlich in den Vereinigten Staaten selbst.
Mehrere hochrangige Persönlichkeiten auf der Fahndungsliste
Neben dem neu ernannten Obersten Führer Modschtaba Chamenei stehen weitere einflussreiche Persönlichkeiten auf der Fahndungsliste des US-Außenministeriums:
- Ali Asghar Hejazi, Vize-Stabschef im Büro des obersten Führers
- Yahya Rahim Safavi (74), Militärberater von Chamenei
- Ali Laridschani (67), Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates
- Esmail Khatib (65), Minister für Nachrichtendienste und Sicherheit
Das Ministerium begründet die Fahndung mit schwerwiegenden Vorwürfen: „Diese Personen befehligen und steuern verschiedene Einheiten der IRGC, die weltweit Terroranschläge plant, organisiert und ausführt.“ Seit dem Jahr 2019 gelten die iranischen Revolutionsgarden in den Vereinigten Staaten offiziell als Terrororganisation, die aktiv vom Mullah-Regime in Teheran unterstützt wird.
Rechtliche Konsequenzen und Hintergründe
Das US-Außenministerium weist in seiner Erklärung zusätzlich darauf hin, dass es strafbar sei, den Revolutionsgarden wissentlich materielle Unterstützung oder Ressourcen bereitzustellen oder entsprechende Pläne zu verfolgen. Diese klare rechtliche Positionierung unterstreicht die Entschlossenheit der amerikanischen Regierung, gegen die iranische Führung vorzugehen.
Potenzielle Informanten haben mehrere Möglichkeiten, Hinweise zu übermitteln: Über verschlüsselte Kommunikationsdienste wie Signal, via der Plattform X oder direkt auf der offiziellen Website des Programms „Rewards for Justice“ durch einen speziellen Hinweis-Button. Die USA und Israel hatten bereits zuvor deutlich gemacht, dass sie jeden Nachfolger des verstorbenen Ayatollah Ali Chamenei zum Ziel erklären würden.
Die hohe Belohnungssumme und das umfassende Schutzangebot zeigen, wie ernst die amerikanische Regierung die Bedrohung durch die iranischen Revolutionsgarden und ihre Führungspersönlichkeiten einschätzt. Diese Maßnahmen stellen einen weiteren Eskalationsschritt in den bereits angespannten Beziehungen zwischen Washington und Teheran dar.



