Die USA haben nach eigenen Angaben Ziele im Iran angegriffen, um auf iranische Attacken auf drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu reagieren. Das Militär teilte mit, das Vorgehen des Iran sei gefährlich und ein klarer Bruch der Waffenruhe. Zeitgleich berichteten iranische Medien über mehrere Explosionen im Süden des Landes, unter anderem in den Hafenstädten Sirik und Bandar Abbas sowie auf der Insel Keschm. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor.
Katar bestellt iranischen Diplomaten ein
Nach dem Angriff auf einen katarischen Flüssiggastanker vor der Küste des Oman hat Katar den stellvertretenden iranischen Botschafter einbestellt. Teheran sei aufgefordert worden, „unverzüglich alle Handlungen einzustellen, die die regionale Sicherheit untergraben“, erklärte das Außenministerium in Doha. Zudem müsse der Iran davon absehen, „die Sicherheit der internationalen Schifffahrt und die globale Energieversorgung zu gefährden“. Das katarische Außenministerium machte den Iran für den Angriff auf die „Al-Rekayyat“ im Bereich der Straße von Hormus verantwortlich und bezeichnete die Attacke als „inakzeptablen Angriff“.
USA setzen iranische Ölsanktionen wieder in Kraft
Die USA haben die zuvor gelockerten Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Eine vor gut zwei Wochen erteilte Ausnahmegenehmigung werde wieder zurückgenommen, teilte das US-Finanzministerium mit. Neue Geschäfte mit Rohöl, Petrochemie- und Erdölprodukten iranischen Ursprungs sind damit wieder untersagt. Ein US-Regierungsbeamter erklärte, die Ausnahmegenehmigung werde aufgehoben, weil sich das Rahmenabkommen mit dem Iran an dessen Verhalten orientiere. Der Iran profitiere nur dann von wirtschaftlichen Erleichterungen, wenn er seinen Verpflichtungen nachkomme. Das Verhalten Teherans in der Straße von Hormus sei für die USA „völlig inakzeptabel“.
LNG-Tanker aus Katar droht zu explodieren
Ein katarischer Flüssiggas-Tanker droht nach einem iranischen Raketenangriff nahe der Straße von Hormus zu explodieren. Im Maschinenraum des Schiffes sei ein Feuer ausgebrochen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Das Golfemirat Katar macht den Iran für einen Angriff verantwortlich. Die Attacke auf die „Al-Rekayyat“ stelle einen „inakzeptablen Angriff auf die Sicherheit und Unversehrtheit der internationalen Seeschifffahrt dar“, schrieb der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Masched al-Ansari, auf X. Katar mache den Iran „vollständig rechtlich verantwortlich“ für den Angriff „und für alle daraus entstehenden Schäden und Folgen“. Den Angaben des Reuters-Insiders zufolge feuerte die iranische Revolutionsgarde in der Nacht Raketen auf Schiffe in der Nähe der Wasserstraße ab. Dabei seien der LNG-Tanker „Al Rekayyat“ und ein unter saudiarabischer Flagge fahrender Rohöltanker beschädigt worden. Die mit Flüssiggas beladene „Al Rekayyat“ sei an der Backbordseite getroffen worden und habe Notsignale abgesetzt. Verletzt wurde niemand, die Besatzung werde derzeit evakuiert. Es ist das erste Mal seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar, dass ein mit LNG beladener Tanker aus Katar getroffen wurde.
Inhaftiertes britisches Paar im Iran im Hungerstreik
Ein im Iran inhaftiertes britisches Paar ist Berichten zufolge seit Wochen im Hungerstreik. Den beiden werde weiterhin der Kontakt zu ihrer Familie untersagt, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA unter Berufung auf eine mit der Situation vertraute Quelle. Beide hätten seit Beginn ihres Hungerstreiks rund 15 Kilogramm Gewicht verloren. Dem HRANA-Bericht zufolge hätten sich ihre Haftbedingungen verschlechtert, nachdem sie dem britischen Sender BBC ein Interview gegeben hatten. Seit fast zwei Monaten befindet sich das Paar im Hungerstreik, den die Inhaftierten im Mai begonnen hatten. Familienangehörige seien nach Berichten, wonach dem Paar medizinische Versorgung verweigert werde, „zutiefst besorgt“, berichtete die BBC. Im Februar wurde bekannt, dass die Eheleute zu zehn Jahren Haft verurteilt worden waren. Sie waren im vergangenen Jahr während einer Motorradreise in der zentralen Wüstenprovinz Kerman wegen des Verdachts der Spionage festgenommen worden.
Wadephul warnt vor Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde
Bundesaußenminister Johann Wadephul warnte bei einem Besuch in Jerusalem vor einer Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Dies diene nicht der Sicherheit Israels, sagte Wadephul. Vielmehr könne dadurch ein Vakuum entstehen, das radikalere Kräfte füllen könnten. Die PA sei zwar reformbedürftig, benötige jedoch die ihr zustehenden Steuer- und Zolleinnahmen für grundlegende Dienstleistungen. Wadephul forderte zudem erneut die Freigabe dieser Gelder durch die israelische Regierung. Bei seinem Besuch unterzeichnete Wadephul gemeinsam mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar eine Vereinbarung, die finanzielle Unterstützung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem deutlich zu erhöhen. Die bisherige jährliche Förderung von insgesamt einer Million Euro werde bis zum Ende des Jahrzehnts auf fünf Millionen Euro erhöht, teilt eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mit.
Israel und Libanon planen Gespräche in Rom
Der israelische Außenminister Gideon Saar kündigte für die nächste Woche eine neue Runde von Friedensgesprächen mit dem Libanon in der italienischen Hauptstadt Rom an. „Vor weniger als zwei Wochen haben Israel, der Libanon und die USA ein historisches Rahmenabkommen erreicht“, sagte Saar bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesaußenminister Johann Wadephul in Jerusalem. „Diese Gespräche sollen nächste Woche in Rom in Italien fortgesetzt werden.“ Der italienische Außenminister Antonio Tajani bestätigte die Gespräche. Einem Sprecher des Ministeriums zufolge werden die Gespräche auf Botschafterebene am 15. und 16. Juli stattfinden. Es wird die sechste Verhandlungsrunde zwischen den beiden Nachbarländern seit Anfang des Jahres sein. Ende Juni hatten sie unter Vermittlung der USA ein Rahmenabkommen unterzeichnet, um den Weg für einen Frieden zu ebnen.
Trauerfeiern für Chamenei gehen weiter
Im Iran gehen die öffentlichen Trauerfeierlichkeiten für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei den vierten Tag in Folge weiter. In der iranischen Stadt Ghom, dem Zentrum der schiitischen Geistlichkeit, leitete der 93 Jahre alte Kleriker Abdullah Dschawadi-Amoli das Totengebet. Menschenmassen waren auf Luftaufnahmen zu sehen. Am Mittwoch sind Zeremonien im Nachbarland Irak geplant, ehe Chamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll. Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden.
Iran lehnt Verhandlungen mit USA bei Drohungen ab
Der Iran wird nach den Worten von Außenminister Abbas Araghchi keine Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen mit den USA aufnehmen, solange die Drohungen aus Washington andauern. „Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen werden nicht beginnen, wenn die Drohungen anhalten“, schrieb Araghchi auf X. Er reagierte damit auf eine Äußerung von US-Präsident Donald Trump, der gedroht hatte, „den Job zu Ende zu bringen“, sollte keine Einigung erzielt werden. Araghchi verwies auf ein im vergangenen Monat unterzeichnetes Zwischenabkommen, in dem sich beide Seiten verpflichtet hatten, auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander zu verzichten.
Wadephul betont historische Verantwortung Deutschlands
Bundesaußenminister Johann Wadephul betonte vor seiner Reise nach Israel die historische Verantwortung Deutschlands. „Unser Verhältnis zu Israel kann nie unabhängig von der Verantwortung gesehen werden, die Deutschland angesichts des von Deutschen begangenen Menschheitsverbrechens der Shoa für die Sicherheit des einzigen jüdischen Staates trägt“, sagte Wadephul. „Ich reise zu einem engen Freund und Partner.“ Ziel seiner Reise sei es, „einen Beitrag zur Verständigung und langfristigen Befriedung in der Region zu leisten“. Wadephul verwies auf den Iran-Krieg, den Krieg im Libanon und die Situation im Gazastreifen. „Während der heißen Sommermonate spitzt sich aktuell der Wassermangel gefährlich zu“, sagte er mit Blick auf das Palästinensergebiet.



