USA und Iran: Geplante Gespräche in der Schweiz abgesagt
Die für diesen Freitag geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran sind laut Schweizer Außenministerium abgesagt worden. Das Treffen auf dem Bürgenstock bei Luzern findet nicht statt, wie das Ministerium am Freitagmorgen mitteilte. Dort sollten die Unterhändler beider Seiten über einen dauerhaften Waffenstillstand verhandeln. Zuvor hatte US-Vizepräsident JD Vance die Reise kurzfristig abgesagt. Ob oder wann die Reise stattfinden soll, blieb zunächst unklar.
Eigentlich war vorgesehen, dass sich Delegationen aus dem Iran und den USA bereits heute treffen, um über ein dauerhaftes Ende des Krieges zu verhandeln. Vance sagte später, die Verhandlungen würden stattfinden, ließ aber den Zeitpunkt offen. „Unser Plan ist es, in die Schweiz zu fahren. Ich weiß nicht genau wann.“ Er gehe davon aus, dass die technischen Verhandlungen irgendwann an diesem Wochenende starten könnten.
Schiffe befahren Straße von Hormus wieder
Nach Inkrafttreten des vorläufigen Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran passieren wieder Öltanker die Straße von Hormus. Die US-Regierung erklärt ihre Blockade des Iran für aufgehoben. Der Ölpreis fällt daraufhin auf den niedrigsten Stand seit dem 2. März.
Iran erlässt vorübergehend Gebühren für Straße von Hormus
Der Iran verzichtet nach einer Vereinbarung mit den USA für 60 Tage auf Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Dies teilt der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Landes staatlichen Medien zufolge mit. Eine neu geschaffene Behörde solle die Genehmigungen erteilen. Aus Sicherheitsgründen müssten sich Schiffe an die zugewiesenen Routen und Zeiten halten. Zudem sei im Rahmen der Vereinbarung die Räumung von Minen vorgesehen.
Chamenei billigt Absichtserklärung mit den USA trotz Vorbehalten
Irans geistliches Oberhaupt Modschtaba Chamenei billigt eine von den Präsidenten des Iran und der USA unterzeichnete Absichtserklärung trotz eigener Vorbehalte. Er habe Zusicherungen von Präsident Massud Peseschkian und anderen hochrangigen Vertretern erhalten, dass die Rechte des Iran und die Interessen der „Widerstandsfront“ gewahrt blieben, erklärt Chamenei. In einer schriftlichen Botschaft an die Nation heißt es, Peseschkian trage als Chef des Nationalen Sicherheitsrates die Verantwortung für den Schutz der iranischen Interessen. Der Präsident habe zugesichert, bei überzogenen Forderungen der Regierung in Washington nicht nachzugeben. Direkte Verhandlungen mit den USA bedeuteten zudem nicht, die Position des Feindes zu akzeptieren, erklärt Chamenei.
USA verhängen Sanktionen gegen Hisbollah-Unterstützer
Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Unterstützer der Hisbollah-Miliz verhängt. Betroffen seien mehrere libanesische Amtsträger und Mitglieder eines Geschäftsnetzwerks, teilt das US-Finanzministerium mit. Ihnen werde vorgeworfen, den Friedensprozess im Libanon zu behindern und die Entwaffnung der Hisbollah zu verzögern. Zudem seien Personen im Libanon, Syrien, dem Irak und dem Oman ins Visier genommen worden. Diese sollen für die vom Iran unterstützte Miliz Gelder gesammelt und Scheinfirmen betrieben haben.
US-Vizepräsident Vance warnt Israel vor Kritik an Iran-Abkommen
US-Vizepräsident JD Vance warnt Israel vor Kritik am vorläufigen Abkommen mit dem Iran. Er würde an Israels Stelle „vielleicht nicht den einzigen mächtigen Verbündeten angreifen, den ich auf der ganzen Welt noch habe“, sagte Vance in Washington. US-Präsident Donald Trump sei „das einzige Staatsoberhaupt auf der ganzen Welt, das dem Staat Israel in diesem Moment wohlgesonnen ist“. Wer in Israel glaube, das größte Problem sei der US-Präsident, müsse „aufwachen und die Realität der Lage erkennen“. Vance verwies zudem darauf, dass die USA den Großteil der israelischen Verteidigungswaffen finanzieren.
Vance zufolge hat die von den USA und dem Iran vereinbarte 60-tägige Frist für weitere Verhandlungen an diesem Donnerstag offiziell begonnen. Unklar ist, wann diese beginnen. Bislang war immer von Freitag die Rede, aber Vance sagte vor Journalisten, dass die Verhandlungen auf technischer Ebene voraussichtlich an diesem Wochenende beginnen sollen. Voraussetzung sei jedoch, dass die iranische Delegation anreisen könne. „Wir gehen davon aus, dass diese technischen Verhandlungen im Laufe dieses Wochenendes beginnen. Das ist weiterhin der Plan, dies könnte sich jedoch ändern.“ Vance kündigt an, das Verhandlungsteam der USA bei den Gesprächen leiten zu wollen.
Bundeskanzler Merz begrüßt Rahmenabkommen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran begrüßt. „Das ist ein großer Schritt nach vorn, dass dort die Waffen schweigen, dass auch die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus wieder gewährleistet wird“, sagte er vor einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Brüssel. Er habe bereits früher gesagt, dass die Bundesregierung sich vorstellen könne, zum Beispiel mit Minenräumern zu unterstützen, um das Vereinbarte militärisch abzusichern. Für einen deutschen Einsatz sei ein Mandat des Bundestages nötig. „Und das wird in Ruhe in Deutschland beraten werden, auch im Lichte der Entwicklungen der nächsten Tage.“
Trump lässt Wahlunterstützung für Netanjahu offen
US-Präsident Donald Trump lässt seine Unterstützung für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei der kommenden Parlamentswahl nach Angaben des israelischen Senders Kan vorerst offen. Demnach sagte Trump in einem Interview, er werde Netanjahu bei der Wahl wahrscheinlich unterstützen, aber müsse erst einmal abwarten, wer kandidiere. Trump fügte hinzu, er habe ein gutes Verhältnis zu Netanjahu, aber dieser müsse vernünftiger handeln.
Ein Termin für die Wahl zur Knesset steht noch nicht fest. Das Gesetz schreibt eine Durchführung bis zum 27. Oktober 2026 vor. Aktuellen Umfragen zufolge verfehlt die amtierende Regierungskoalition ihre parlamentarische Mehrheit.
Netanjahu unterstrich derweil die Bedeutung der Beziehung Israels zu den USA und rief zu ihrem Erhalt auf. Die aktuelle Lage erfordere „die Bewahrung unserer lebenswichtigen Beziehung zu unseren amerikanischen Freunden, die in diesem Kampf Schulter an Schulter mit uns standen“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros am Donnerstag nach der Unterzeichnung des US-iranischen Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Krieges.
Netanjahu betonte zudem: „Der Kampf ist noch nicht vorbei.“ Weitere Herausforderungen stünden bevor. Diese erforderten zusätzlich zu einem guten Verhältnis zu Washington ein „nüchternes Urteilsvermögen“ sowie „die entschlossene Verteidigung der Sicherheitsinteressen Israels“. In jüngster Zeit äußerte Trump in ungewohntem Maße öffentliche Kritik an Netanjahu. So bezeichnete er ihn als „sehr schwierigen Typen“ und warf ihm fehlendes Urteilsvermögen vor. Er kritisierte auch das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon.
Nach Informationen der Zeitung „Wall Street Journal“ belasten diese Differenzen das Verhältnis der beiden Politiker zunehmend. Trumps Frustration über Netanjahu sei in den vergangenen Wochen zeitweise übergekocht, da er versucht habe, den Krieg mit dem Iran zu beenden, während der israelische Ministerpräsident darauf bedacht gewesen sei, den Kampf fortzusetzen, hieß es. Das Blatt zitierte einen hochrangigen Regierungsvertreter, dass Netanjahu in Telefonaten mit Trump in der Regel auf verstärkte Militäreinsätze dränge, und der US-Präsident davon mittlerweile genug habe.
Libanon: Geschäftsmann wegen Einfuhr von Drohnenteilen für die Hisbollah festgenommen
Die libanesische Justiz hat auf ein Rechtshilfeersuchen Frankreichs hin einen Geschäftsmann festgenommen, der für die proiranische Hisbollah-Miliz Teile für Drohnenmotoren in das Land importiert haben soll. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus libanesischen Justizkreisen erfuhr, erfolgte die Festnahme des Libanesen im Rahmen von Ermittlungen gegen ein Netzwerk, von dem mehrere mutmaßliche Mitglieder in Frankreich in Gewahrsam genommen worden waren.
Die Hisbollah setzt in ihrem Kampf gegen Israel seit Beginn des Iran-Kriegs verstärkt Drohnen ein, die über ein dünnes Fiberglaskabel gesteuert werden und die israelische Verteidigung vor große Probleme stellen. Der Geschäftsmann hat den Angaben zufolge eingeräumt, auf dem Seeweg drei Ladungen mit Apparaten und elektrischen Ausrüstungsgegenständen in den Libanon eingeführt zu haben. Diese seien gemeinsam mit Werkzeugen und elektrischen Geräten für sein Unternehmen verschifft worden. Das Material habe er an eine Person übergeben, von der er nur den Vornamen kenne, die aber der Hisbollah angehören könne. Der Beschuldigte gab demnach an, nicht gewusst zu haben, wozu das Material genutzt wurde.
Anders als herkömmliche Drohnen, die über GPS-Systeme oder per Funk gesteuert werden und deshalb anfällig für Störsignale sind, werden die neuartigen Drohnen der Hisbollah über Fiberglaskabel gelenkt, die bis zu 50 Kilometer lang sein können. Ein Hisbollah-Vertreter hatte im Mai AFP gesagt, dass diese Drohnen im Libanon hergestellt würden.
Merz: Teile Kallas-Wortwahl zu Israel nicht
Kanzler Friedrich Merz hat sich von der angeblichen Wortwahl der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas zu Israel distanziert. „Ich teile diese Wortwahl ausdrücklich nicht, und wir werden auch darüber zu sprechen haben“, sagte Merz vor dem EU-Gipfel. Kallas soll Berichten zufolge bei einem Besuch in Mexiko Israel mit dem südafrikanischen Apartheid-Regime verglichen haben.
Israels Armee will trotz US-iranischem Rahmenabkommen weiter im Libanon operieren
Ungeachtet des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Iran-Kriegs hat Israel weitere militärische Aktivitäten im Libanon angekündigt – obwohl dieser in der Vereinbarung ausdrücklich erwähnt wird. Die israelische Armee veröffentlichte am Donnerstag eine Karte mit der von ihr definierten „Sicherheitszone“, die etwa zehn Kilometer weit auf libanesisches Gebiet reicht. Dort würden weiterhin Truppen eingesetzt, um „Bedrohungen zu beseitigen und die Verteidigung der nördlichen Bewohner Israels zu stärken“. Ein israelischer Armeesprecher erklärte später, die Armee werde auch Bedrohungen für israelische Soldaten und Zivilisten beseitigen, „die jenseits der Sicherheitszone identifiziert werden“.
Hegseth: Iran muss auf Atomwaffen verzichten
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die Bereitschaft der USA unterstrichen, die Angriffe auf den Iran gegebenenfalls wieder aufzunehmen, falls das Land seine Verpflichtungen nicht einhält. „Das Kriegsministerium steht bereit“, sagte Hegseth bei seiner Abreise vom Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel am Donnerstag. Er forderte Teheran insbesondere auf, seine atomaren Ambitionen aufzugeben.
Der Iran müsse tun, „was er versprochen hat, nämlich auf Atomwaffen zu verzichten, seine nuklearen Ambitionen aufzugeben, sein Kernmaterial abzugeben und seine Nuklearanlagen zu schließen“, führte Hegseth aus. Tue Teheran dies nicht, drohten erneute Angriffe. „Wir würden dies zwar lieber vermeiden, sind aber darauf vorbereitet“, sagte der Verteidigungsminister.
Libanon meldet weitere Tote bei israelischen Angriffen
Bei erneuten israelischen Angriffen im Libanon sind nach dortigen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. In einem Ort südöstlich von Nabatija im Süden seien zwei Menschen bei einem israelischen Drohnenangriff getötet worden, berichtete die Staatsagentur NNA. Bei einem anderen Drohnenangriff im Süden habe es ein weiteres Todesopfer gegeben. Von Israels Armee gab es dazu zunächst keine Angaben.
Die israelische Armee teilte am Mittwochabend mit, sie habe mehrere Raketen abgefangen, die im Libanon auf israelische Truppen abgefeuert worden seien. Die israelische Luftwaffe habe die Abschussrampe daraufhin zerstört. In dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah wurden im Libanon seit Anfang März nach offiziellen Angaben rund 3900 Menschen getötet und 11.800 weitere verletzt. Die USA und der Iran – der wichtigste Unterstützer der Hisbollah – haben sich eigentlich auf ein Rahmenabkommen zum Ende des Iran-Kriegs geeinigt, das auch den Libanon umfassen soll. Die israelischen Angriffe im Libanon scheinen seitdem etwas abgenommen zu haben, gingen bis zuletzt aber weiter – wie auch der Beschuss durch die Hisbollah.
Libanons Präsident Joseph Aoun sagte, sein Land brauche neben humanitärer Hilfe auch Investitionen. „Der Libanon braucht keine Hilfe, sondern Investitionen“, sagte er seinem Büro zufolge. Auch die staatliche libanesische Armee und die Sicherheitskräfte des Landes müssten finanziell unterstützt werden.
Erste Tanker passieren Straße von Hormus
Nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran bleibt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zunächst verhalten. Eine deutliche Zunahme des Verkehrs könne der Verband Deutscher Reeder (VDR) derzeit nicht erkennen, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. „Während im Regelfall täglich mehr als 100 Schiffsdurchfahrten registriert werden, lagen die erfassten Transite zuletzt überwiegend im einstelligen bis unteren zweistelligen Bereich.“
Der Verband sprach am Donnerstag von einem „wichtigen ersten Schritt“, erklärte jedoch auch: „Eine sofortige Rückkehr zum regulären Betrieb ist derzeit nicht zu erwarten.“ Entscheidend werde nun sein, „dass Risiken für die Schifffahrt, insbesondere mögliche Minengefahren, in den kommenden Wochen beseitigt werden und die Sicherheit von Seeleuten und Schiffen dauerhaft gewährleistet ist“. Am Vormittag hatte der maritime Datenanbieter Windward in einem Beitrag auf X berichtet, sieben Frachter seien derzeit unterwegs durch die Meerenge, und weitere Schiffe bewegten sich aus dem Persischen Golf in Richtung der Passage. Der Datenanbieter Kpler zählte am Donnerstag bis zum frühen Nachmittag vier Durchfahrten.
Die wochenlange US-Seeblockade iranischer Häfen ist nach Angaben des US-Militärs aufgehoben. Die Durchfahrt von Schiffen mit Start oder Ziel im Iran werde auf Anweisung von Präsident Donald Trump nicht mehr verhindert, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf X mit. „Sämtliche militärischen Maßnahmen der USA zur Durchsetzung der Blockade wurden eingestellt“, heißt es weiter.
Teheran: Raketenprogramm nicht Gegenstand der Verhandlungen
Das iranische Raketenprogramm soll nach Aussage der Regierung in Teheran nicht Gegenstand der geplanten US-iranischen Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung sein. „Unsere Raketen mögen es überhaupt nicht, wenn irgendjemand über sie spricht“, sagte der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei am Donnerstag im Staatsfernsehen seines Landes. „Die iranischen Raketen sind zum Abfeuern da, nicht für Verhandlungen.“ Die iranischen Verteidigungskapazitäten würden „nicht in irgendeiner Weise, in irgendeinem Prozess oder mit irgendeiner Seite diskutiert werden“, fügte Bakaei hinzu.
In dem Rahmenabkommen, das inzwischen von US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian unterzeichnet wurde, wird das iranische Raketenprogramm nicht erwähnt. Explizit genannt wird hingegen das iranische Atomprogramm. Dieses gehört zu den geplanten Themen einer dauerhaften Friedenslösung, über die Washington und Teheran in einer vorgesehenen 60-tägigen Zeitspanne verhandeln wollen.
Trump bezeichnet Kritiker von Rahmenabkommen mit Iran als „Dummköpfe“
US-Präsident Donald Trump hat kritische US-Medienberichte über das Rahmenabkommen mit dem Iran als völlig ungerechtfertigt zurückgewiesen. „Diese Dummköpfe, die finden, dass ich nicht hart genug mit dem Iran war“, seien „entweder neidisch, unehrlich oder dumm“, erklärte Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Präsident verwies darauf, dass die Börse nach der Unterzeichnung „ein neues Rekordhoch erreicht“ habe und die Ölpreise abstürzten.
Trump reagierte auf US-Presseberichte, in denen von zu großen Zugeständnissen Washingtons an Teheran die Rede ist. Selbst der Trump wohlgesonnene Nachrichtensender Fox News zitierte Kritiker, denen zufolge das Rahmenabkommen „große finanzielle Vorteile“ für den Iran beinhaltet, ohne von Teheran die Beseitigung seines Atomprogramms zu verlangen. Obwohl die US-Regierung die Vereinbarung als Durchbruch darstelle, seien Kritiker der Ansicht, „dass die dem Iran angebotenen Zugeständnisse die im Gegenzug erzielten Verpflichtungen bei weitem überwiegen“, berichtete Fox.
Deutsche Marineschiffe passieren Suezkanal auf Weg zu möglichem Hormus-Einsatz
Auf ihrem Weg zu einem möglichen Einsatz in der Straße von Hormus haben zwei Schiffe der deutschen Marine am Donnerstag den Suezkanal passiert. Das Minenjagdboot „Fulda“ und das Versorgungsschiff „Mosel“ sollten nun binnen fünf bis sieben Tagen das Rote Meer Richtung Süden durchfahren und dann zur weiteren Einsatzvorbereitung im Hafen des afrikanischen Kleinstaats Dschibuti Halt machen, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Insgesamt befänden sich rund 140 Soldatinnen und Soldaten an Bord der beiden Marineeinheiten.
Die deutschen Einheiten würden „vorstationiert für eine mögliche Mission in der Straße von Hormus“, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Es handele sich um eine „vorausschauende, vorsorgliche Maßnahme“, um im Falle eines Einsatzmandats „schnell handlungsfähig und vor allem schnell dann in der Straße von Hormus“ zu sein, sagte Pistorius weiter.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will „in Ruhe“ über einen möglichen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung der Straße von Hormus beraten. „Das erfordert eine klare Rechtsgrundlage, das erfordert ein Mandat des deutschen Bundestages“, sagte Merz am Rande des EU-Gipfels am Donnerstag in Brüssel. „Ich habe immer gesagt, dass wir uns das vorstellen können“, sagte Merz weiter. Die Bundeswehr könne zum Beispiel Minenräumer schicken, um die Seestraße abzusichern. Voraussetzung für einen solchen Einsatz war für Deutschland wie für Frankreich und Großbritannien, dass die Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran beendet sind.
Röwekamp sieht noch viel Arbeit vor Mission der Bundeswehr
Nach dem Inkrafttreten eines Abkommens zwischen den USA und dem Iran sieht der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses noch viel Arbeit vor einer möglichen Bundeswehr-Mission in der Straße von Hormus. „Es gibt keinen Einsatz in der Region, ohne dass die Rahmenbedingungen endgültig geklärt sind. Das kennen wir aus anderen internationalen Einsätzen“, sagte Thomas Röwekamp (CDU) bei WELT TV. „Es ist ein komplexes militärisches Mandat mit unterschiedlichen Beiträgen unterschiedlicher Länder, die noch aufeinander abgestimmt werden müssen. Also liegt noch viel Arbeit vor uns, bevor eine solche Mission beginnen kann.“
Es komme sehr darauf an, was genau im Abkommen stehe. Es müsste etwa sichergestellt sein, dass die Kampfhandlungen eingestellt seien, denn Deutschland werde sich mit der Bundeswehr an keiner kriegerischen Auseinandersetzung beteiligen. Außerdem brauche es eine völkerrechtliche Grundlage. Der Iran müsse damit einverstanden sein, dass Deutschland an einem solchen Mandat teilnehme.
US-Iran-Verhandlungen am Freitag in der Schweiz
Das Treffen zwischen Vertretern der USA, des Irans und der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan findet nach Angaben des Schweizer Außenministeriums Stand heute am Freitag nach wie vor statt. Dabei soll es um erste Verhandlungen zur Umsetzung des Rahmenabkommens gehen, das beide Seiten bereits unterzeichnet haben, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Situation sei aber höchst dynamisch. Die Pläne könnten sich auch jederzeit ändern, fügte er hinzu. Stand jetzt war das Treffen im Bürgenstock Resort bei Luzern geplant, das in katarischen Händen ist.
Ifo-Institut hebt Konjunkturprognose leicht an
Die deutsche Wirtschaft könnte sich dank des erhofften Endes des Iran-Kriegs und hoher Staatsausgaben in diesem Jahr etwas besser entwickeln als zuletzt befürchtet. Das Ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose für dieses Jahr auf 0,8 Prozent leicht angehoben. Auch im kommenden Jahr könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt demnach um 0,8 Prozent zulegen. Die Nachwirkungen des kriegsbedingten Energiepreisschocks jedoch werden laut Ifo noch lange zu spüren sein: Für dieses Jahr erwartet das Institut eine Inflationsrate von 2,9 Prozent, im nächsten Jahr noch 2,7 Prozent.
Ex-US-Diplomat nennt Iran-Deal „strategisches Fiasko“
Ein ranghoher ehemaliger Mitarbeiter des US-Außenministeriums hat das Rahmenabkommen seines Landes mit dem Iran als „strategisches Fiasko von epischen Ausmaßen“ bezeichnet. Die Vereinbarung, die am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll, bedeute „den Bruch mit einer nahezu fünfzigjährigen, von beiden Parteien getragenen US-Politik gegenüber dem Iran“, sagte Joel Rubin dem TV-Sender i24news. Rubin war während der Amtszeit des damaligen US-Präsidenten Barack Obama Mitarbeiter des Außenministeriums.
Das Rahmenabkommen bedeute ein Ende der „Idee, dass der Iran ein negativer Akteur in der Region ist“. Rubin warnte vor einem Szenario, in dem Teheran nun „Hunderte Milliarden Dollar ohne jegliche Einschränkungen übergeben werden“ könnten. Man hoffe offenbar auf „irgendeine Art von besserer Einigung in den kommenden 60 Tagen, nachdem der Iran bereits bezahlt worden ist, und die Vorteile und Zugeständnisse des Abkommens schon bekommen hat“, ohne sich zu einer ernsthaften Gegenleistung zu verpflichten, sagte Rubin.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte auch in der Vergangenheit bei US-Präsident Donald Trump für eine härtere Linie gegenüber Teheran geworben. Er ermutigte ihn 2018 zu der höchst umstrittenen Entscheidung, aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen. Im Rückblick wird dieser Schritt auch von israelischen Sicherheitsexperten als strategischer Fehler eingestuft.



