Die militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran halten an, doch beide Seiten zeigen sich weiterhin gesprächsbereit. US-Präsident Donald Trump erklärte jedoch auf seiner Plattform Truth Social, dass die Waffenruhe im Iran-Krieg „VORBEI“ sei. Washington habe einer Fortsetzung der Gespräche auf Bitten Teherans zugestimmt, setzte das Wort „Gespräche“ aber in Anführungszeichen. Ein US-Regierungsbeamter bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die USA weiterhin nach einer Lösung suchten und die technischen Gespräche fortgeführt würden.
Iran signalisiert Verhandlungswillen über Pakistan
Auch die iranische Seite zeigte sich gesprächsbereit, wie die dpa aus pakistanischen Sicherheitskreisen erfuhr. Teheran habe den Vermittlerstaat Pakistan gebeten, den USA den Verhandlungswillen zu signalisieren. In Kontakten zwischen Pakistan und dem Iran kam es zu einem langen Gespräch zwischen Irans Außenminister Abbas Araghtschi und Pakistans Militärchef Asim Munir. Islamabad machte deutlich, dass neue Angriffe der iranischen Revolutionsgarden auf arabische Länder eine Eskalation auslösen könnten. „Wenn Länder wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate anfangen, gegen den Iran zurückzuschlagen, wird sich dieser Krieg in seiner Form völlig ändern“, zitierte ein pakistanischer Beamter die Warnung an die iranischen Unterhändler.
Katar als Vermittler – Schifffahrt in der Straße von Hormus eingebrochen
Berichten des US-Senders CNN und des Portals Axios zufolge reiste eine Delegation aus Katar in den Iran, um zu vermitteln. Das katarische Außenministerium erklärte, man unterstütze weiterhin die Bemühungen zur Entspannung der Lage und zur Sicherung der Schifffahrtsfreiheit in der Straße von Hormus. Die Straße von Hormus ist ein zentrales Druckmittel des Iran: Mit der jüngsten Eskalation brach die Schifffahrt ein. Laut Daten des Anbieters Kpler passierten am Donnerstag nur 22 Schiffe die Meerenge, verglichen mit 30 am Mittwoch und 48 eine Woche zuvor vor Ausbruch der neuen Kämpfe. Die Durchfahrten sinken seit ihrem Höchststand Mitte Juni.
USA fliegen Angriffswellen – Iran reagiert
In den vergangenen Tagen flog das US-Militär mehrere Angriffswellen gegen Ziele im Iran, begründet mit Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen, bei denen auch Kuwait, Bahrain und Jordanien unter Beschuss gerieten. Die Eskalation überschattete das Staatsbegräbnis des früheren iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei, das mehr als vier Monate nach seiner Tötung im Imam-Resa-Schrein in Maschhad stattfand.
Unsicherheit über weitere Verhandlungen
Kurzfristig zeigten sich die pakistanischen Vermittler zuversichtlich, den Frieden zu wahren. Ob weitere für dieses Wochenende geplante Verhandlungen stattfinden, ist jedoch unsicher. Trump drohte dem Iran mit noch heftigeren Angriffen, sollte Teheran weiter Schiffe beschießen. Bereits am Rande des Nato-Gipfels hatte er die Waffenruhe infrage gestellt: „Ich denke, es ist vorbei.“
Israel warnt vor Mordkomplott – Trump reagiert
Unterdessen berichteten das „Wall Street Journal“ und CNN unter Berufung auf Quellen, Israel habe die US-Regierung vor iranischen Plänen zur Ermordung von Präsident Trump gewarnt. Die Führung in Teheran habe den Plan kürzlich ausgearbeitet. Ein US-Regierungsbeamter sagte, die Warnung Israels sei neu und habe sich auf einen konkreten Anschlagsplan bezogen. Andere US-Vertreter vermuteten, Israel wolle Trump zu einem härteren Kurs bewegen. Trump sagte auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel: „Ich bin die Nummer eins auf der Todesliste des Irans.“



