Die venezolanische Regierung hat den schwer von den Erdbeben getroffenen Bundesstaat La Guaira militarisiert. Die Streitkräfte haben die Kontrolle über die Region übernommen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und die Rettungsarbeiten zu erleichtern, wie der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, mitteilte.
Offizielle Opferzahlen steigen
Am zweiten Tag nach der Erdbebenkatastrophe liegt die offizielle Zahl der Todesopfer in Venezuela bei 920, wie Rodríguez bei der Vorstellung der vorläufigen Schadenbilanz bekannt gab. Mehr als 3.300 Menschen seien verletzt worden. Die Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 ereigneten sich am Mittwoch (Ortszeit) und trafen La Guaira am schwersten.
Der Bundesstaat La Guaira, in dem sich der internationale Flughafen und der wichtigste Seehafen Venezuelas befinden, wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Innenminister Diosdado Cabello sagte am Donnerstag, dass mehr als 70.000 Familien von den Folgen der Katastrophe betroffen seien.
Historische Parallelen
Bereits im Dezember 1999 wurde La Guaira von einer der schwersten Naturkatastrophen der modernen lateinamerikanischen Geschichte heimgesucht. Durch heftige Regenfälle ausgelöste Schlamm- und Schuttlawinen töteten nach Schätzungen der US-Geologiebehörde USGS bis zu 30.000 Menschen.



