Elversberg: BILD besucht das Wunderdorf vor dem Bundesliga-Aufstieg
Elversberg: BILD besucht das Wunderdorf

Die SV Elversberg hat ihre ganz eigene Mondlandung hingelegt und spielt in der nächsten Saison in der Bundesliga. Es ist der kleinste Bundesligastandort überhaupt. Familie Holzer, die den Klub seit Jahrzehnten mit ihrem Unternehmen „Ursapharm“ unterstützt, hat den Verein in nur fünf Jahren von der Regionalliga in die Bundesliga geführt. BILD hat das Wunderdorf besucht.

Anreise: So erreicht man das Stadion

Mit dem Zug ist Elversberg nicht direkt erreichbar, denn der Ort besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Neunkirchen und St. Ingbert, jeweils rund 6,6 Kilometer entfernt. Ab zwei Stunden vor Spielbeginn verkehren kostenlose Shuttle-Busse von beiden Bahnhöfen zur URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde. Auch nach dem Spiel stehen diese Busse zwei Stunden lang für die Rückfahrt bereit. Mit dem Auto gelangt man über die Autobahn A8 bis zur Ausfahrt 21 „Elversberg“ oder über die A6 bis zum Kreuz Neunkirchen auf die A8. Da die Parkplätze am Stadion stark begrenzt sind und Anwohnerzonen eingerichtet wurden, empfiehlt sich die Nutzung der ausgewiesenen Park-and-Ride-Plätze.

Übernachtung: Wo Gästefans schlafen können

Wer als Gästefan direkt in Spiesen-Elversberg übernachten möchte, hat eine begrenzte Auswahl. Zwei klassische Hotels gibt es dort, wobei das inklusionsgeführte „Vevio“ das größte des Ortes ist. Ein Einzelzimmer kostet 120 Euro. Gästemannschaften steigen in der Regel jedoch in Saarbrücken oder St. Ingbert in größeren Hotels ab.

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Kulinarik: Regionale Spezialitäten und Stadionessen

Kulinarisch hat der Ort einiges zu bieten. „Paul’s Halbzeit“ oberhalb des Stadions gehört der Mäzen-Familie Holzer, die mit ihrer „Place2B-Group“ mehrere Restaurants im Saarland betreibt. Beliebt ist auch die Imbissstube „Curry Chörry“ an der Kaiserlinde. Dort wird alles hausgemacht, selbst die Salate und Würste aus der familieneigenen Metzgerei. Auf der Speisekarte stehen regionale Gerichte wie „Gefüllte“ (saarländische Kartoffelklöße) mit Sauerkraut und Speckrahmsoße oder „Hoorische“ mit Apfelmus und Salat. Besonders beliebt ist die Curry-Frikadelle für 4,20 Euro, und Pommes gibt es für 3,20 Euro.

Tickets: So kommt man an Eintrittskarten

An Tickets für die SVE zu kommen, ist gar nicht so einfach. Das weitläufige VIP-Areal ist fast komplett ausverkauft. Gästefans müssen versuchen, über das Kontingent ihres Vereins an Karten zu gelangen. Die URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde bietet aktuell 10.000 Plätze, unterteilt in 6.320 Stehplätze, 3.410 Sitzplätze und 270 Sitzplätze für Logenbesucher.

Preise: Stadionbier und Bratwurst

Ein halber Liter Bitburger kostet in der Arena 5,00 Euro, eine klassische Bratwurst 4,00 Euro.

Sehenswürdigkeiten: Was es in Elversberg zu entdecken gibt

Vom Baum Kaiserlinde, der dem Stadion früher seinen Namen gab, ist nur noch der Stumpf übrig. 2015 wurde er vom Orkan „Niklas“ entwurzelt und musste gefällt werden. Der Galgenbergturm (17 Meter hoch), der Gänselieslbrunnen und das Heimatmuseum gehören zu den größten Sehenswürdigkeiten. Im Museum kann man tief in das historische Leben der einstigen Hütten- und Bergarbeiter eintauchen. Der Eintritt ist kostenlos. Der Ort ist von vielen Feldern und Wäldern umgeben und bietet zahlreiche Rad- und Wanderrouten.

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Wissenswertes: Zahlen, Fakten und Anekdoten

In Spiesen-Elversberg leben 13.080 Menschen, davon 7.900 im Ortsteil Elversberg. Auf 6.454 Männer kommen 6.626 Frauen. Zwei Aral-Tankstellen liegen sich an der Straße zum Stadion direkt gegenüber, wobei der Spritpreis auf einer Seite um einen Cent günstiger ist. Von dort ist es fußläufig zur Arena, wo kurz vor der Autobahn das einzige Rotlicht des Ortes zu finden ist – wenn die Ampel auf Rot schaltet. Fan Jörg (43) erzählt: „Wenn man bedenkt, wo wir herkommen, ist es einfach nicht in Worte zu fassen. Ich bin seit 26 Jahren Fan und habe nur fünf Heimspiele verpasst. Ich kann mich erinnern, als gerade einmal 100 Zuschauer bei Spielen waren.“ Die Pfarreikirche St. Ludwig hat ihre Fenster mit Elversberg-Fahnen bestückt. Der Aufstieg scheint mit himmlischem Beistand gelungen zu sein. Übrigens: Die SVE ist nicht der erste Bundesligist des Ortes. Der BC Elversberg, eine Dreiband-Billardmannschaft, ist sogar siebenfacher Deutscher Meister. Elversberg ist auch für seine Tierklinik bekannt. Das Rathaus hat keinen Balkon, daher ließ Bürgermeister Bernd Huf eine Gerüstkonstruktion aufstellen, auf der die Mannschaft nach dem Aufstieg gefeiert wurde. Nachts ist es ruhiger geworden: Gab es in den 70er Jahren fast 90 Kneipen, sind es heute nur noch etwa zehn. Fan Marc (23) sagt: „Zur Not kann man abends nach Saarbrücken oder St. Ingbert zum Feiern gehen.“ Dort gibt es allerdings auch keine Fußball-Bundesligisten.