Uraltes Gasthaus Heidemühle in der Uckermark wieder geöffnet
Heidemühle in der Uckermark wieder geöffnet (08.05.2026)

Wenige Kilometer von Brüssow entfernt, mitten im Wald der Caselower Heide, liegt ein kleines Gasthaus, das seit Jahrhunderten Besucher anzieht. Bereits um 1370 wurde auf dem Gelände neben Landwirtschaft auch Gastwirtschaft betrieben. Die „Heidemühle“ ist bis heute ein Treffpunkt für Jung und Alt. In der Neuzeit sind es nicht mehr Pferdekutschen, sondern Fahrräder, Mopeds und Autos von Einheimischen, die vor dem idyllisch gelegenen Anwesen halten. Die Heidemühle gilt als klassischer Insidertipp.

Lage und Erreichbarkeit

Die Heidemühle liegt versteckt, fast in Sichtweite der A20, aber dort, wo viele glauben, dass der schmale, holprige Weg zu Ende ist. Nur von Fahrenwalde kommend ist die Zufahrt ausgeschildert. Dass die Gäste auch 2026 wieder Wochenende für Wochenende den Weg auf sich nehmen, liegt vor allem an der jüngsten Tochter des Betreibers und ihrer Backkunst.

Gina-Marie Kobolla: Die begnadete Bäckerin

Gina-Marie Kobolla kredenzte den Gästen ihres Vaters am vergangenen Wochenende duftenden Bienenstich und leckere Pfirsich-Schmand-Torte. „Kuchen nach uraltem Rezept, das mögen die Leute am liebsten“, erzählt die Gastwirtstochter. Als der Nordkurier kam, war das letzte Stück Kuchen gerade verkauft, bedauerte sie: „Aber zum 1. Mai ist Nachschub da.“

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Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Justin huscht die 26-Jährige in der Saison samstags und sonntags sowie an Feiertagen zwischen den Tischen umher – so es ihre Jobs erlauben. Die beiden sind im „richtigen Leben“ im sozialpädagogischen Bereich und bei der Bundeswehr beschäftigt. Das Paar greift dem Chef bereitwillig unter die Arme: „In der Familie hilft man sich halt.“

Familientradition seit sechs Generationen

Die Heidemühle wird bereits in der sechsten Generation von der Familie geführt. Gina-Marie Kobolla hofft, dass das Wirtshaus noch viele weitere Jahre Bestand hat – trotz der Entfernung zur Zivilisation. Die fast verwunschen anmutende Abgeschiedenheit mitten im Wald mache den Reiz der Location aus, versichern Gäste aus Perleberg. Eine Bikergruppe lässt ihre Ausfahrten gern an dem sauberen Teich vor dem Lokal enden, „weil man da den Alltag so schön vergessen kann.“

Angebote und Ausblick

Schon allein das Softeis ist eine Reise wert. Auch Radfahrer und Fußgänger scheuen den Weg nicht. Noch zu DDR-Zeiten vergnügten sich vor allem zu Christi Himmelfahrt und an anderen Feiertagen hunderte Menschen hier im Grünen. Gina-Marie Kobolla blickt in die nahe Zukunft: „Am 1. Mai, zu Herrentag und an Pfingsten wird hier gewiss wieder die Hölle los sein. Aber so lieben wir das.“ Die Teigschüsseln und Backbleche stehen schon bereit, ebenso wie die legendäre Softeismaschine.

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