Ilse Aigner: Vom Mädchen mit großer Klappe zur bayerischen Landtagspräsidentin
Ilse Aigner: Vom Mädchen mit großer Klappe zur Präsidentin

Ilse Aigner: Eine bayerische Politikerin mit bewegter Geschichte

Ilse Aigner (61) zählt zu den beliebtesten Politikerinnen in Bayern und darüber hinaus. Die Präsidentin des Bayerischen Landtags gewährte in einem ausführlichen Gespräch tiefe Einblicke in ihre bewegte Lebensgeschichte, von der Kindheit im oberbayerischen Dorf bis zu ihrer heutigen politischen Rolle.

Prägende Kindheit und frühe Träume

Aufgewachsen als Jüngste von vier Schwestern in einem kleinen Haus mit Großeltern und Eltern, beschreibt Aigner ihre Familie als „eng verbunden“. „Wir waren wie die Orgelpfeifen“, erzählt sie mit einem Lächeln. Als „Gaudinudel“ mit großer Klappe sei sie bekannt gewesen – so sehr, dass ihr ein Nikolaus einmal ein Vorhängeschloss angedroht habe.

Ihre technische Begabung zeigte sich früh: Die Eltern führten einen Elektrobetrieb, und Ilse Aigner absolvierte eine Ausbildung zur Radio- und Fernsehtechnikerin. „Ich will stets verstehen, wie etwas funktioniert“, erklärt sie. Als Kind träumte sie sogar davon, Astronautin zu werden – beeindruckt von der Mondlandung 1969.

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Zwei Tumorerkrankungen als Wendepunkte

Mit 16 Jahren begann für Aigner eine schwere Zeit: Unerklärliche Rückenschmerzen ließen sie auf 49 Kilo abmagern, Ärzte vermuteten zunächst psychosomatische Ursachen. Die Diagnose war schließlich ein Tumor in der Wirbelsäule. „Das hätte auch zur Querschnittslähmung führen können“, erinnert sich Aigner an die Not-Operation.

Beim Aufwachen aus der Narkose dachte sie nur einen Satz: „Gott sei Dank, endlich keine Schmerzen mehr.“ Diese Erfahrung prägte sie nachhaltig. Später folgte eine zweite Tumorerkrankung an der Schilddrüse während ihrer Zeit als Bundesministerin, die sie ebenfalls überstand.

Politische Karriere mit klaren Grenzen

Ilse Aigners politischer Weg führte sie in den Bundestag, zweimal ins Bundesministerium unter Angela Merkel und schließlich zur Landtagspräsidentin in Bayern. Für zwei Tage im September 2018 war sie sogar geschäftsführende Ministerpräsidentin – doch eine Kandidatur für dieses Amt lehnte sie bewusst ab.

„Können würde ich es“, sagt sie dazu. „Aber irgendwann habe ich gesagt: ‚Nein, das ist es mir nicht wert, jedes Mittel anzuwenden.‘“ Die Rolle als Landtagspräsidentin bezeichnet sie als ideal für sich.

Vorbilder und Zukunftsperspektiven

Als wichtiges Vorbild nennt Aigner die verstorbene CDU-Politikerin Rita Süssmuth, die zeigte, „dass man sich manches erkämpfen muss“. Auch die Frage nach einer möglichen ersten Bundespräsidentin kommentiert sie nüchtern: „Nach zwölf Männern ist es durchaus nicht verfehlt, endlich mal eine Frau in diese Position zu wählen.“

Für die Zeit nach der Politik hat Ilse Aigner bereits konkrete Pläne: „Ich habe 23.000 Ideen, was ich alles machen könnte. Eine Weltreise. Kochen würde ich wieder lernen.“ Langweilig werde es garantiert nicht, versichert die 61-Jährige mit strahlendem Lächechen.

Ihre Lebenserfahrungen haben Aigner gelehrt, was wirklich zählt: „Kämpfen lohnt sich. Aber nicht um jeden Preis. Und nicht mit allen Mitteln.“ Diese Haltung prägt bis heute ihre politische Arbeit und ihr privates Leben.

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