Es ist zwar nur eine knapp zweistündige Stippvisite – doch der Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche in der Uckermark wird mit Spannung erwartet. Die gebürtige Brandenburgerin wird am Montag die PCK-Ölraffinerie in Schwedt besuchen. Für sie ist es in ihrer Funktion als Bundeswirtschafts- und Energieministerin eine Premiere. Erstmals wird sich die in Luckenwalde vor den Toren Berlins geborene Reiche als Mitglied der Regierung von Kanzler Friedrich Merz ein eigenes Bild von der Situation bei der PCK-Ölraffinerie machen.
Angespannte Lage in der Raffinerie
Die Lage in dem Werk an der deutsch-polnischen Grenze ist seit dem 1. Mai zum wiederholten Mal in den vergangenen Jahren angespannt – dieses Mal durch den von Russland verkündeten Stopp des Durchflusses von kasachischem Öl. Russland hatte dies mit „technischen Einschränkungen“ begründet. Das PCK hatte im vergangenen Jahr rund 2,2 Millionen Tonnen Rohöl aus Kasachstan über die unter anderem durch Russland laufende Drushba-Pipeline bezogen. Die aus Kasachstan gelieferte Ölmenge ist für die Raffinerie von existenzieller Bedeutung.
Ministerium unterstreicht Bedeutung des Unternehmens
Allerdings, das betonte Reiches Ministerium auf Anfrage des Nordkurier, sei „der Besuch der Ministerin schon lange geplant. Ministerin Reiche hatte sich bereits kurz nach Amtsantritt zu einem Besuch in der Region und der PCK bekannt“. Eine Sprecherin aus dem Bundeswirtschaftsministerium unterstrich die Bedeutung des Unternehmens in der Uckermark: „Schwedt ist ein historisch starker Industriestandort. Ministerin Reiche wird sich über Fortschritte bei der Umsetzung des Zukunftspakets für ostdeutsche Raffineriestandorte informieren.“
Die PCK-Raffinerie sei ein zentraler Pfeiler für die Versorgungssicherheit in Nordostdeutschland. Die Bundesregierung, das Bundeswirtschafts- und Energieministerium unterstützten die Raffinerie daher konsequent dabei, diese Funktion dauerhaft zu erfüllen. Mit dem 2022 von Bundes- und Landesregierung vereinbarten Zukunftspakt soll die Transformation der ostdeutschen Raffineriestandorte gelingen.
Öl: Bundesregierung ist in Gesprächen mit Polen
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wird Reiche bei ihrer auf knapp zwei Stunden angesetzten Stippvisite in Schwedt begleiten. Reiches Ministeriumssprecherin bestätigte, dass die Bundesregierung in Gesprächen mit Polen sei, „um eventuelle neue Lieferungen und Anlandungen in Gdansk politisch zu flankieren“ und die PCK sowie Rosneft Deutschland als größten Anteilseigner der Raffinerie hier zu unterstützen. Zu konkreten Inhalten der Verhandlungen wollte die Sprecherin sich nicht äußern.



