Tödliche Kuh-Attacke in Tirol: So verhalten sich Wanderer richtig
Tödliche Kuh-Attacke: Verhaltenstipps für Wanderer

In Tirol hat eine Kuhherde ein Ehepaar angegriffen, wobei eine 67-jährige Frau ums Leben kam und ihr Mann schwer verletzt wurde. Die Polizei ermittelt noch zu den Hintergründen. Es ist nicht der erste derartige Vorfall. Der Deutsche Alpenverein (DAV) gibt nun wichtige Hinweise, wie sich Wanderer auf Weideflächen richtig verhalten sollten.

Hintergründe der Attacke

Der Vorfall ereignete sich am Sonntag, den 17. Mai, in der Region Oberlienz in Osttirol. Eine mittlere zweistellige Anzahl von Kühen befand sich auf der ausgewiesenen Weidefläche, als die Tiere plötzlich aggressiv auf das Ehepaar reagierten. Der schwer verletzte 65-jährige Mann konnte bislang nicht von der Polizei vernommen werden, sodass die genauen Ursachen noch unklar sind.

Frühere Kuh-Angriffe in Österreich

Solche Attacken sind selten, aber nicht ohne Vorbild. Im Juni 2020 wurden in Tirol innerhalb kurzer Zeit zwei Angriffe gemeldet: Eine 37-jährige Krankenschwester aus Nürnberg, ein 48-jähriger Mann aus Ebersberg und ein vierjähriges Kind aus Schwaben wurden verletzt. Die Angriffe ereigneten sich auf derselben Weidefläche am Vilsalpsee. Im September 2025 starb ein 85-jähriger Wanderer in Ramsau am Dachstein, nachdem er von einer Kuhherde attackiert worden war. Das Ehepaar aus Wien war mit seinem Hund unterwegs, als die Mutterkühe mit Kälbern auf sie trafen.

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Wann fühlen sich Kühe bedroht?

Der Deutsche Alpenverein erklärt, dass Angriffe meist dann entstehen, wenn sich die Tiere bedroht fühlen. Dies kann der Fall sein, wenn Wanderer in ihren unmittelbaren Lebensraum eindringen und die Kühe keine Rückzugsmöglichkeiten haben. Besonders sensibel reagieren Mutterkühe, die ihre Kälber schützen wollen. Auch Hunde können bei Rindern Stress auslösen und als Bedrohung wahrgenommen werden.

Warnsignale erkennen

Der DAV-Sprecher nennt typische Alarmzeichen: Eine Kuh, die Wanderer lange anblickt und nicht nur kurz aufschaut. Unterbricht eine Kuh länger das Grasen, kann das ebenso ein Alarmsignal sein wie Scharren, Schnauben oder lautes Muhen. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten ergänzt, dass das Senken des Kopfes eine unmissverständliche Drohgebärde ist.

Richtiges Verhalten auf der Alm

Grundsätzlich gilt: Abstand und Ruhe bewahren. Kühe, besonders Kälber, sind keine Streicheltiere und sollten nicht berührt werden. Hektische Bewegungen und Lärm vermeiden. Eingezäunte Weiden dürfen nicht betreten werden, und auf Weidegebieten sollten Wanderer die ausgewiesenen Wege nicht verlassen. Lieber einen Umweg in Kauf nehmen, um den Abstand zu wahren.

Verhalten bei einem Angriff

Wenn sich eine Kuh aggressiv nähert, sollte man ihr nicht den Rücken zuwenden und die Weidefläche ruhig und zügig verlassen. Ist ein Rückzug nicht mehr möglich, kann man sich im Extremfall mit einem Schlag auf die Nase der Kuh verteidigen, zum Beispiel mit einem Wanderstock. Der Alpenverein betont, dass dies nur selten nötig sein sollte, wenn man mit Respekt und Ruhe agiert.

Besondere Regeln für Hundehalter

Hunde müssen auf Weideflächen immer angeleint sein. Im Fall eines Angriffs sollte der Hund jedoch laufen gelassen werden, um sich selbst nicht weiter zu gefährden. Denn ein freilaufender Hund kann die Tiere zusätzlich provozieren, während ein angeleinter Hund den Halter in Gefahr bringt.

Der Alpenverein rät daher, stets aufmerksam zu sein und die Zeichen der Tiere zu respektieren. Nur so können Wanderungen durch Almgebiete sicher und idyllisch bleiben.

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