Historisches Rätsel gelöst: Templiner Eichwerder bleibt ein Ort der Erinnerungen
Templiner Eichwerder: Historisches Rätsel gelöst

Historisches Rätsel gelöst: Templiner Eichwerder bleibt ein Ort der Erinnerungen

Durch Erinnerungen wird Stadtgeschichte lebendig – das beweist einmal mehr die Serie „Historischer Guckkasten“. Ein aktuelles Fotorätsel zum Templiner Eichwerder hat zahlreiche Templiner dazu gebracht, ihre persönlichen Geschichten zu teilen und damit ein Stück Lokalgeschichte zu bewahren.

Kriegsschutt unter der idyllischen Wiese

Klaus Behm, ein Templiner, der sich in seiner Heimatstadt bestens auskennt, erkannte das abgebildete Areal am Stadtsee sofort. „Durch Zufall wurde ich einmal Ohrenzeuge einer Stadtführung an der Stelle“, erzählte Behm. Der inzwischen verstorbene Klaus Schwerecke habe den Gästen damals berichtet, dass sich unter der heutigen Grünfläche Schutt von zerstörten Gebäuden aus dem Zweiten Weltkrieg befinde.

Klaus Hülsekopff, ebenfalls Templiner, ergänzte diese Information: „Um die Trümmer dorthin zu schaffen, wurden in der Pestalozzistraße Schienen verlegt, der Schutt in Loren dorthin gebracht.“ Zusätzlich sei die Fläche mit Sand aufgefüllt worden. „Das Wasser des Stadtsees reichte zuvor bis über die Straße“, so Hülsekopff weiter.

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Schüler fanden Pistole bei Arbeitseinsatz

Joachim Krämer aus Röddelin erinnerte sich an die frühen 1960er Jahre, als er Schüler der Goetheschule war. „Wir waren bei einem Arbeitseinsatz auf dem Sportplatz der Schule dabei, der sich schräg gegenüber vom Eichwerder befindet“, berichtete Krämer. Damals sei das Gelände noch nicht für den Schulsport nutzbar gewesen, und die Schüler hätten Kriegsschuttteile aus der Erde holen müssen. „Dabei sei auch eine Pistole gefunden worden. Sie wurde der Polizei übergeben“, so Krämer.

Die legendäre Ratsteichdiele als Tanzlokal

Für Marlies Born, eine Templinerin, gehören der Eichwerder und die frühere Ratsteichdiele untrennbar zusammen. „Die ‚Diele‘ war das Tanzlokal schlechthin in Templin. Ich bin auch öfter dort gewesen“, erzählte Born. Der Templiner Manfred Paesler ergänzte, dass freitags, samstags und sonntags immer Live-Musik von verschiedenen Tanzkapellen gespielt wurde.

Einer der Musiker sei der Templiner Manfred Brückmann gewesen, „ein richtiger Unterhaltungskünstler, der es verstand, die Leute mitzureißen“. Mit der Tanzkapelle „Metronom“ habe Brückmann auch in vielen Dörfern der Gegend gespielt. Die „Diele“ galt nicht nur als beliebter Treffpunkt für Jugendliche, sondern wurde auch von Betrieben für Betriebs- und Weihnachtsfeiern genutzt.

Dampferanlegestelle und idyllische Momente

Ute Schröder, eine Kurstädterin, erinnerte sich beim Anruf in der Redaktion an den Bootsverleih am Eichwerder und die Dampferanlegestelle. „Die gibt es natürlich noch immer und darüber hinaus den Stadthafen“, so Schröder. Ingrid Fritz aus Mittenwalde teilte eine persönliche Anekdote: „Wir wollten eigentlich die Enten dort füttern. Aber dann kam ein Schwanenpärchen und forderte das Futter vehement ein. Dem haben wir nachgegeben.“

Weitere richtige Tipps und lebendige Stadtgeschichte

Neben Klaus Behm lagen auch der Milmersdorfer Klaus Preuß, Claudia Schröder und Gisela Senftleben, die beide in Templin zu Hause sind, mit ihrem Tipp richtig. Das historische Fotorätsel, das von Bernhard Haertel aus Vietmannsdorf zur Verfügung gestellt wurde, hat somit nicht nur eine Lokalisierung ermöglicht, sondern auch ein lebendiges Bild der Templiner Stadtgeschichte gezeichnet.

Der Eichwerder bleibt damit nicht nur eine Grünfläche am Stadtsee, sondern ein Ort, der durch die Erinnerungen der Bewohner seine historische Tiefe und Bedeutung erhält. Jede persönliche Geschichte trägt dazu bei, dass die Vergangenheit für künftige Generationen bewahrt wird.

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