Tragödie von 1929: 66 Kinder und drei Erwachsene sterben in Prenzlau nach Flucht aus Sowjetunion
Tragödie von 1929: 66 Kinder sterben in Prenzlau nach Flucht

Tragödie in der Roten Kaserne: Das vergessene Schicksal russlanddeutscher Flüchtlinge

Der bundesweite Tag der Archive am 7. März 2026 steht unter dem bewegenden Motto „Alte Heimat - neue Heimat“ und bietet im Prenzlauer Stadtarchiv tiefe Einblicke in ein fast vergessenes Kapitel der Regionalgeschichte. Im Mittelpunkt stehen die russlanddeutschen Familien, die 1929 vor den Repressionen in der Sowjetunion flohen und in Prenzlau vorübergehend in der Roten Kaserne untergebracht wurden.

Eine tödliche Epidemie beendet die Hoffnung auf Neuanfang

Die Flüchtlinge, die ihre alte Heimat verlassen mussten, fanden in Prenzlau zunächst Schutz. Doch ihre geplante Weiterreise nach Kanada, Brasilien und Paraguay im Jahr 1930 wurde von einer verheerenden Tragödie überschattet. Im Lager brach eine Masern-Epidemie aus, die 66 Kindern und drei Erwachsenen das Leben kostete. Noch heute erinnert ein Gedenkstein auf dem städtischen Friedhof an diese Opfer.

Dr. Dieter Neuendorf, der intensiv zur Geschichte der Russlanddeutschen in Prenzlau geforscht hat, wird seine wertvollen Forschungsergebnisse und historischen Fotografien aus dem Lager beim Archivtag präsentieren. Seine Recherchen wurden bereits im jüngsten Mitteilungsheft des Uckermärkischen Geschichtsvereins veröffentlicht und bieten neue Perspektiven auf dieses dunkle Kapitel.

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Das Stadtarchiv öffnet seine Schatzkammern

Das Stadtarchiv Prenzlau öffnet am Sonnabend, dem 7. März, von 11 bis 15 Uhr seine Türen im ehemaligen Dominikanerkloster. Besucher erwartet ein vielfältiges Programm:

  • Führungen durch das Archivmagazin mit Aktenbeständen, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen
  • Eine „Stöberecke“ für stadtgeschichtliche Publikationen
  • Eine Schreibstube zum Ausprobieren der deutschen Schreibschrift, die 1941 von den Nationalsozialisten verboten wurde

Der Uckermärkische Geschichtsverein beteiligt sich aktiv

Als enger Partner des Stadtarchivs öffnet auch der Uckermärkische Geschichtsverein zu Prenzlau e.V. seine Türen. Am 7. März von 14 bis 17 Uhr können Interessierte die umfangreiche Bibliothek und das Fotoarchiv in der Stettiner Straße 33 besuchen. Der Verein lädt alle Geschichtsinteressierten ein, diesen beeindruckenden Buch- und Archivbestand zur Regionalgeschichte kennenzulernen.

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungsorten ist frei, sodass jeder die Gelegenheit hat, diese einzigartigen Einblicke in die bewegte Geschichte Prenzlaus und der Uckermark zu erhalten. Ein Tag, der nicht nur historisches Wissen vermittelt, sondern auch an menschliche Schicksale erinnert, die nicht in Vergessenheit geraten sollten.

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