Im Landkreis Spree-Neiße hat der CDU-Kandidat Martin Heusler die Stichwahl um den Landratsposten knapp gewonnen. Nach Auszählung aller Stimmen entfielen 51,5 Prozent auf Heusler, während die AfD-Bewerberin Christine Beyer 48,5 Prozent erhielt. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,7 Prozent.
Beyer hatte im ersten Wahlgang vor zwei Wochen mit 42,4 Prozent die meisten Stimmen erhalten, verpasste jedoch die absolute Mehrheit. Heusler war mit 30,5 Prozent auf Platz zwei gelandet. Wie schon zuvor entschieden die Briefwahlstimmen die Wahl zugunsten des CDU-Kandidaten.
Damit bleibt die AfD, die der brandenburgische Verfassungsschutz als rechtsextremistisch einstuft, weiterhin ohne Landratsposten im Bundesland. Bereits in der ersten Landratswahl dieses Jahres in Oberspreewald-Lausitz unterlag die AfD-Kandidatin Antje Ruhland-Führer in der Stichwahl mit 46,6 Prozent.
Bundesweit wäre es der zweite AfD-Sieg bei einer Landratswahl gewesen. In Thüringen hatte die AfD im Juni 2023 die Landratswahl im Landkreis Sonneberg gewonnen; Robert Sesselmann ist dort seitdem Landrat.
Heusler, 40 Jahre alt, ist CDU-Fraktionsvorsitzender in Kolkwitz und Mitglied des Kreistags Spree-Neiße. Zu seinen Zielen zählen die Schaffung neuer Arbeitsplätze, bessere Ausstattung von Feuerwehren, Sanitätern und Katastrophenschützern, der Ausbau des Mobilfunknetzes und die Sicherung der medizinischen Versorgung. Er betonte, das Ergebnis sei vor dem Hintergrund des Strukturwandels zu sehen: „Die Leute brauchen jetzt Gewissheit an vielen Punkten. Das wird die Aufgabe der Zukunft sein, den Strukturwandel zu gestalten und die Leute vor Ort mitzunehmen.“
AfD-Landeschef René Springer wertete das Ergebnis als starkes Signal: „Fast jeder zweite Wähler im Landkreis Spree-Neiße hat sich für die AfD entschieden – das ist ein starkes Signal!“ Die Zustimmung für die Partei wachse von Wahl zu Wahl. Der Landkreis Spree-Neiße gilt als AfD-Hochburg: Bei der Kommunalwahl im Juni 2024 erzielte die AfD dort mit 38,2 Prozent ihr stärkstes Ergebnis in Brandenburg, bei der Landtagswahl im September 2024 erreichte sie im Wahlkreis Spree-Neiße II mit 41,7 Prozent das stärkste Zweitstimmenergebnis im Land.



