Washington – Aus den neu veröffentlichten Epstein-Akten geht hervor, dass Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, geplant haben soll, Papst Franziskus zu stürzen. Laut Gerichtsunterlagen suchte Bannon dafür die Unterstützung des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.
Am 18. Juni 2019 schrieb Bannon an Epstein: „Will take down Francis“ („Ich werde Franziskus zu Fall bringen“). In derselben Nachricht stellte er den Papst auf eine Stufe mit politischen Gegnern wie den Clintons, Chinas Staatschef Xi Jinping und der Europäischen Union. Bannon und Epstein tauschten sich regelmäßig aus, obwohl Epstein bereits wegen Sexualstraftaten verurteilt war.
Laut Chatverlauf wollte Bannon gemeinsam mit Epstein das Enthüllungsbuch „In the Closet of the Vatican“ des französischen Journalisten Frédéric Martel verfilmen. Bannon schlug vor, Epstein als Executive Producer des Films einzusetzen. Die Pläne wurden jedoch nie umgesetzt. Autor Martel erklärte später, Bannon habe das Werk politisch instrumentalisieren wollen.
Papst Franziskus war Bannon offenbar seit Jahren ein Dorn im Auge. Franziskus hatte sich wiederholt gegen Nationalismus und für Migration ausgesprochen, was Bannons „souveränistischer“ Ideologie widersprach. 2018 bezeichnete Bannon den Papst als „verachtenswert“. Bannon versucht seit Jahren, nationalpopulistische Bewegungen in den USA und Europa zu stärken, unter anderem mit dem rechten Portal „Breitbart News“.



