Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel hat die gegen ihre Partei erhobenen Vorwürfe der Vetternwirtschaft als „haltlos und völlig aufgebauscht“ zurückgewiesen. Zugleich bekräftigten Weidel und Co-Vorsitzender Tino Chrupalla die Bereitschaft, das Abgeordnetengesetz zu ändern, um umstrittene Beschäftigungsverhältnisse besser zu regeln. Diese Änderung müsse dann für alle Parteien und Fraktionen gelten.
Hintergrund sind Medienberichte über Beschäftigungsverhältnisse von Familienangehörigen von AfD-Politikern in Abgeordnetenbüros anderer AfD-Politiker auf Staatskosten. In mehreren Bundesländern wurden solche Fälle bekannt. Aus anderen Parteien gibt es Forderungen nach einer Verschärfung des Abgeordnetengesetzes, um derartige Praktiken künftig zu unterbinden.
Weidel erklärte, man überprüfe alle bekannten Fälle und führe Gespräche. Dabei habe sich gezeigt, dass die Anwürfe aus den Medien „haltlos und völlig aufgebauscht“ seien. Auch Chrupalla betonte, man wolle das Vertrauen der Wähler nicht enttäuschen und werde die bemängelten Fälle genau prüfen.
Zu Berichten, wonach Weidel den AfD-Fraktionsvize Stefan Keuter zum Rücktritt aus dem Fraktionsvorstand aufgefordert habe, sagte die Parteichefin, er habe bis nächsten Montag Zeit, dem Fraktionsvorstand seine Konsequenzen mitzuteilen. Keuter soll in seinem Bundestagsbüro seine eigene Partnerin beschäftigt haben.
Laut Recherchen der ZEIT könnte auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Hauke Finger aus Nordrhein-Westfalen betroffen sein. Finger war früher selbst Mitarbeiter in Keuters Büro, bevor er 2025 in den Bundestag gewählt wurde. Auch er soll seine Lebensgefährtin bei sich beschäftigen.



