15 Jahre nach der Tötung von Osama bin Laden hat sich der ehemalige Navy-Seal Robert O’Neill in einem Interview an die entscheidenden Momente der Mission erinnert. Der 50-Jährige schilderte gegenüber der „New York Post“, wie er dem Al-Qaida-Chef in Abbottabad, Pakistan, gegenüberstand und abdrückte. „Ich habe dem Mistkerl einfach ins Gesicht geschossen“, so O’Neill.
Die Mission begann im April 2011 mit einem streng geheimen Briefing auf dem Marinefliegerstützpunkt Cherry Point in North Carolina. Die US-Geheimdienste hatten Hinweise auf den Aufenthaltsort bin Ladens in Pakistan erhalten. „Das ist keine Übung, das ist real“, lautete die Botschaft an die Elite-Soldaten. Nach wochenlangem Training dauerte der Einsatz am 2. Mai 2011 nur neun Minuten.
O’Neill und seine Kameraden seilten sich von Hubschraubern ab und stürmten das Versteck. Im oberen Stockwerk näherte sich O’Neill dem Terroristen auf weniger als einen Meter. Nach dem Schuss folgte eine quälend lange Wartezeit von 90 Minuten, bis die Soldaten den pakistanischen Luftraum verließen und Afghanistan erreichten.
O’Neill äußerte Genugtuung über die Mission, die ein nationales Trauma heilte. Er bezog sich auf die Opfer des 11. September 2001: „Wir sind für die alleinerziehende Mutter gegangen, die an einem Dienstagmorgen ihre Kinder zur Schule brachte, eine Stunde später aus dem World Trade Center sprang und dabei noch ihren Rock glattstrich – als letzte Geste menschlicher Würde. Das hätte sie niemals tun müssen.“
Bedauern äußerte O’Neill über die Bestattung bin Ladens nach islamischem Ritus auf See. „Ich hätte ihn an einer Brücke in New York City aufgehängt, und die Leute hätten sich um ihn kümmern sollen“, sagte er der „New York Post“.



