Kai Wegner tritt nicht erneut als Spitzenkandidat an – Statement im Wortlaut
Kai Wegner verzichtet auf Spitzenkandidatur – Statement

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat am Freitag, dem 10. Juli 2026, erklärt, bei der kommenden Abgeordnetenhauswahl nicht erneut als Spitzenkandidat anzutreten. Der CDU-Politiker zieht damit Konsequenzen aus der anhaltenden Kritik nach dem großen Stromausfall in der Hauptstadt im Januar 2026. Bei einer Pressekonferenz vor laufenden Kameras gab Wegner sein Statement ab, das wir im Wortlaut dokumentieren.

Wegners Erklärung: Kommunikative Fehler eingeräumt

Wegner begann seine Ausführungen mit einem Rückblick auf seine politische Karriere: „Als ich vor sieben Jahren CDU-Landesvorsitzender wurde, haben alle gesagt: ‚Das schafft er nicht.‘ Es war 2019 und ich bin CDU-Landesvorsitzender geworden. Dann haben viele gesagt: ‚Der wird nicht Spitzenkandidat.‘ Bin ich dann doch geworden. Viele haben nicht geglaubt, dass ich Regierender Bürgermeister werde. Und ich bin Regierender Bürgermeister geworden.“

Er betonte, dass ihm Authentizität stets am wichtigsten gewesen sei. „In diesem Amt war mir immer wichtig, dass ich der bleibe, der ich bin, und dass ich authentisch bleibe.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wegner zählte Erfolge seiner Amtszeit auf: „Ich bin stolz darauf, was wir in dieser Koalition gemeinsam erreicht haben. Ich bin stolz darauf, dass wir eine Verwaltungsreform hinbekommen haben, wo viele jetzt sagen: ‚Das ist ja eine Selbstverständlichkeit.‘ War aber 25 Jahre eben keine Selbstverständlichkeit. Hat keiner hinbekommen. Ich bin stolz darauf, dass die Bürgerämter in Berlin funktionieren. Hat 15 Jahre nicht geklappt.“ Er hob auch die Unterstützung für die Polizei und den Kampf gegen Antisemitismus hervor.

Krisenmanagement nach Stromausfall belastet

Der Regierende Bürgermeister räumte ein, dass er in den letzten Tagen festgestellt habe, „dass ich mit den wichtigen Themen, mit den Themen, die für die Berlinerinnen und Berliner wichtig sind, mit den Themen, die wir erfolgreich hinbekommen haben, aber auch mit den Themen, die in der Zukunft anstehen, nicht mehr durchdringe. Ich kriege es nicht mehr hin, Botschaften zu senden, weil eine andere Debatte alles überlagert.“

Wegner gab zu: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht. Und ja, glauben Sie es mir, ich ärgere mich am meisten darüber. Und das war auch Mist. Und deswegen habe ich mich auch bei den Berlinerinnen und Berlinern entschuldigt.“

Er zog die Konsequenz: „Wenn ich feststelle, dass ich mit den Themen, die entscheidend sind für die Menschen, nicht mehr durchdringe, dann muss es Konsequenzen geben. Denn die Stadt Berlin ist wichtiger als eine Person. Und die Stadt Berlin, die Berlinerinnen und Berliner sind mir wichtiger als meine Person. Und auch die Partei ist mir wichtiger.“

Weg frei für Neuanfang der CDU

Wegner erklärte, dass er der CDU den Weg für einen Neuanfang freimachen wolle, um ein Linksbündnis unter Führung der Linkspartei zu verhindern. „Es geht jetzt darum, die Mitte in dieser Stadt zu stärken, dass eben nicht Linksextremisten die Führung in dieser Stadt übernehmen. Und deswegen werde ich heute Abend den Kreisvorsitzenden sagen, dass ich von einer Spitzenkandidatur Abstand nehme, dass ich nicht erneut als Spitzenkandidat zur Verfügung stehe.“

Er bedankte sich für die Zusammenarbeit und zeigte sich zuversichtlich, dass der eingeschlagene Weg der richtige sei. „Das geht nur mit einer starken CDU nach dem 20. September. Und dafür möchte ich jetzt den Weg freimachen, dass die CDU nicht durch Personaldebatten in den nächsten Tagen und Wochen weiter geschwächt wird, sondern dass die CDU mit einem Neuanfang so auftreten kann, dass wir ein Linksbündnis verhindern können.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration