Mexiko-Stadt – Nach der Tötung des Drogenbosses Nemesio Oseguera, bekannt als „El Mencho“, ist Mexiko in eine neue Gewaltwelle gestürzt. Der Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) wurde am Sonntag bei einem Militäreinsatz verletzt und starb später in Gewahrsam. Seitdem gab es Dutzende Angriffe des Kartells auf Soldaten und Behörden, bei denen allein in der Provinz Jalisco 25 Nationalgardisten getötet wurden.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte, dass es nach dem Tod von „El Mencho“ keine Straßensperren mehr gebe. „Es ist jetzt friedlich. Das Land ist regierbar und bleibt regierbar“, erklärte sie. Dennoch wurden aus Vorsichtsgründen noch einige Flüge ausgesetzt. Fluggesellschaften wie Air Canada, United Airlines, Aeromexico und American Airlines strichen Verbindungen in mehrere Bundesstaaten.
Der Militäreinsatz erfolgte mit nachrichtendienstlicher Unterstützung der USA, wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilte. Präsidentin Sheinbaum stellte klar: „Es gab einen Informationsaustausch, aber keine Intervention von US-Streitkräften.“ Der Drogenboss sei von einer Geliebten verraten worden, sagte Verteidigungsminister Ricardo Trevilla Trejo. Bei dem Feuergefecht wurden acht Sicherheitskräfte von „El Mencho“ getötet. Der Kartellboss wurde schwer verletzt und starb auf dem Transport ins Krankenhaus.
Die Gewalt hat auch Auswirkungen auf den Sport: Das ATP-Turnier in Acapulco begann wie geplant, während der mexikanische Fußballverband vier Spiele verschob. Die Fußball-WM soll am 11. Juni in Mexiko-Stadt angepfiffen werden. Die Lufthansa hält vorerst an ihren täglichen Flügen nach Mexiko-Stadt fest.



