Der Thüringer Landtag steht erneut im Fokus von Vetternwirtschaftsvorwürfen. Wie die Linke-Landtagsfraktion bestätigte, arbeiten Familienmitglieder von Abgeordneten in Jobs bei anderen Mandatsträgern auf Bundes- oder EU-Ebene. So ist die Mutter des Linke-Fraktionschefs Christian Schaft im Wahlkreisbüro eines Linke-Europaabgeordneten in Thüringen beschäftigt.
Ein Sprecher der Fraktion erklärte, die Mitarbeiterin sei bereits vor ihrer Anstellung politisch aktiv gewesen, unter anderem als Gemeinderatsmitglied und ehrenamtliche Beigeordnete. Zudem sei sie in verschiedenen Funktionen in Landes- und Bundesparteien tätig gewesen. Die "Thüringer Allgemeine" hatte zuerst über den Fall berichtet.
Ein weiterer Fall betrifft die Linke-Landtagsabgeordnete Lena Saniye Güngör. Ihr Partner arbeitet bei einer Bundestagsabgeordneten, die nicht aus Thüringen stammt. Laut Fraktionssprecher bestand das Anstellungsverhältnis bereits vor Beginn der Partnerschaft. Auch hier sei ein eigenständiges politisches Engagement vorhanden.
Zudem ist die Ehefrau von Sascha Bilay, ebenfalls Linke-Landtagsabgeordneter, in der Thüringer Linke-Fraktion angestellt. Das Paar hatte sich laut Sprecher vor vielen Jahren als Mitarbeiter in der Fraktion kennengelernt und später geheiratet.
Die Diskussion um Familienanstellungen in der Politik hält seit Wochen an. Zuletzt waren Fälle bei der AfD bekanntgeworden, etwa in Thüringen, wo der Ehemann der AfD-Landtagsabgeordneten Wiebke Muhsal als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim AfD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schröder arbeitet.



