Der parteiinterne Druck wurde offenbar zu groß: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gibt seine Spitzenkandidatur bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im Herbst dieses Jahres auf. Bis zum 20. September will er im Amt bleiben. Es gehe jetzt darum, »ein Linksbündnis in Berlin zu verhindern«, sagte Wegner bei einer spontan anberaumten Pressekonferenz am Nachmittag. Umfragen sahen die Christdemokraten in Berlin zuletzt bei 17 Prozent und damit hinter der Linkspartei. In der CDU gab es zuletzt viele Stimmen, die Wegner dafür mitverantwortlich machen.
Wegners Rückzug: Die Hintergründe
In der Kritik steht das Krisenmanagement Wegners am Tag des Anschlags auf die Berliner Stromversorgung am 3. Januar, in dessen Folge 100.000 Menschen teils tagelang ohne Strom ausharren mussten. Wegner hatte zunächst verschwiegen, am ersten Tag der Krise mittags Tennis gespielt zu haben. Nach einem Eilantrag des »Tagesspiegels« musste Wegners Senatskanzlei diese Woche zugeben, am 3. Januar vor 12.45 Uhr keine dienstlichen Telefonate zum Blackout geführt zu haben. Wegners Behauptung gegenüber »Welt TV«, er habe »in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen«, war offenbar eine Lüge.
Andreas Niesmann aus dem SPIEGEL-Hauptstadtbüro meint: »Es ist nie der Fehler selbst, über den Politiker stolpern, sondern immer der Versuch, ihn zu vertuschen. Selten hat dieser Satz so sehr gestimmt wie im Fall von Kai Wegner.«
Bundestag kippt Heizungsgesetz der Ampelregierung
Der Bundestag hat das Heizungsgesetz der Ampelregierung gekippt. Das vor allem dem früheren Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zugeschriebene Gebäudeenergiegesetz (GEG) sah vor, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. In vielen Fällen kam dies einem Verbot des Einbaus neuer Öl- und Gasheizungen gleich.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte vor der Abstimmung im Bundestag gesagt, die Bundesregierung wolle »Heizungszwänge« durch »Technologieoffenheit« ersetzen. Es wird erwartet, dass Umweltverbände gegen die Gesetzesreform klagen. Finanzexperten wie der SPIEGEL-Kolumnist Hermann-Josef Tenhagen warnen außerdem davor, dass das neue GEG für viele Verbraucher teuer werden könnte.
Zechpreller-Affäre: Jimi Blue Ochsenknecht muss erneut vor Gericht
Die Zechpreller-Affäre um den früheren Kinderstar Jimi Blue Ochsenknecht (»Die Wilden Kerle«) geht in die Verlängerung. Das Oberlandesgericht Innsbruck hat den für den Schauspieler glimpflichen Prozessausgang gekippt. Der 34-Jährige muss wohl abermals die Reise in die Tiroler Hauptstadt antreten. Der Vorwurf: schwerer Betrug.
SPIEGEL-Mitarbeiter Oliver Das Gupta erinnert sich: »Die Zechpreller-Affäre hatte 2025 das mediale Sommerloch gestopft. Der Sohn des bekannten Schauspielers Uwe Ochsenknecht hatte Ende 2021 mit Freunden seinen 30. Geburtstag in einem noblen Hotel in Kirchberg in Tirol gefeiert. Hinterher hielt er den Hotelwirt über Monate hin, dann brach der Kontakt ab, sein Wohnort war unklar. Der Fall endete spektakulär und öffentlich im vergangenen Jahr: Festnahme am Flughafen Hamburg, tagelange Fahrt im Gefängnisbus nach Österreich, Medienauflauf rund um den Prozess.«
Unklar ist, wie der Zechpreller auf die jüngste Entwicklung reagiert. Eine Anfrage des SPIEGEL an seinen Anwalt blieb bislang unbeantwortet. Ochsenknecht postete zuletzt auf Instagram ein Foto mit einem englischsprachigen Gedicht. Darin heißt es: »Hör auf zu versuchen, Probleme vorherzusagen, bevor sie auftreten.«
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Die Zahl der Insolvenzanträge ist so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr: Allein im April haben 2276 Unternehmen Insolvenz angemeldet. Im ersten Quartal waren es mehr als 8500. Am stärksten betroffen ist der Verkehrs- und Lagereisektor.
Trump drängt auch die letzten Mitglieder aus der unabhängigen Wahlkommission: Der Oberste Gerichtshof hat die Macht des US-Präsidenten ausgeweitet. Zu den Ersten, die das zu spüren bekommen, gehört eine Behörde, die bei der Durchführung freier Wahlen hilft.
Ein Knall, dann bricht das Fenster – ein Ryanair-Flugzeug muss umkehren: Auf einem Flug von Griechenland nach Deutschland ist eine Scheibe in die Brüche gegangen. Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen an Bord: Ein Passagier ragte wohl schon mit Kopf und Schultern aus dem Fenster.



