AfD-Politiker verbreitet Falschbehauptungen über israelische Schutzräume
AfD-Politiker verbreitet Lügen über israelische Schutzräume

AfD-Abgeordneter verbreitet unbelegte Behauptungen über israelische Schutzräume

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Moosdorf (60) hat in sozialen Medien falsche Aussagen über den Zugang zu Luftschutzbunkern in Israel verbreitet. In einem Posting zum Konflikt mit dem Iran behauptete er, Schutzräume stünden „nur noch für Juden“ offen. Diese Darstellung entspricht jedoch nicht den Tatsachen und widerspricht klar der israelischen Rechtslage.

Israelisches Zivilschutzgesetz garantiert Zugang für alle

Eine umfassende Recherche der WELT zeigt, dass das israelische Zivilschutzgesetz ausdrücklich vorschreibt, dass Betreiber von Schutzräumen während eines Angriffs jeder Person in der Nähe Zugang gewähren müssen. Wer Menschen den Zutritt verweigert, macht sich strafbar. Dies wurde durch einen konkreten Fall aus dem Jahr 2025 bestätigt, in dem eine 70-jährige Israelin angeklagt wurde, weil sie während eines iranischen Raketenangriffs Personen am Betreten eines Bunkers gehindert haben soll.

Weitere Falschmeldungen über angebliche Diskriminierung

Neben Moosdorfs Behauptungen kursieren im Netz weitere unzutreffende Geschichten über vermeintliche Diskriminierung in Israel. So wurde etwa behauptet, indische Arbeiter dürften keine Luftschutzbunker nutzen. Ein Faktencheck des indischen Portals „Money Control“ kam jedoch zu einem anderen Ergebnis: U-Bahn-Stationen dienen in Israel seit Jahren als Schutzräume – für Einheimische und Ausländer gleichermaßen. Israels Botschafter in Indien, Guy Nir, betonte ausdrücklich, dass dort „alle Nationalitäten“ willkommen seien.

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Scharfe Kritik aus Berlin und von israelischer Seite

Aus Berlin kommt deutliche Kritik an den Äußerungen des AfD-Politikers. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein (57), bezeichnete Moosdorfs Geraune von inneren Unruhen in Israel und einem selektiven Schutz der Bevölkerung im WELT-Podcast „Inside AfD“ als „falsch und bösartig“. Auch Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor (67), reagierte empört und warf Moosdorf vor, „eine Mischung aus Verschwörungstheorien und Geschichten aus ‚Tausendundeiner Nacht‘“ zu verbreiten. Dass ein Bundestagsabgeordneter solche offensichtlichen Lügen über Israel verbreite, sei „beschämend“.

Moosdorf weist Kritik zurück und hält an Posting fest

Moosdorf selbst weist die Vorwürfe zurück. Gegenüber der WELT erklärte er, er habe „diese Dinge mehrfach recherchiert“ und Freunde befragt, denen angeblich der Zugang zu Schutzräumen verweigert worden sei. Sein umstrittenes Posting wolle er nicht löschen und beharrt auf seiner Darstellung, obwohl diese durch Faktenchecks und rechtliche Grundlagen widerlegt wurde.

Die Verbreitung solcher Falschinformationen durch einen deutschen Bundestagsabgeordneten wirft Fragen über den Umgang mit politischer Verantwortung und die Verbreitung von antisemitischen Narrativen auf. Die klaren gesetzlichen Regelungen in Israel und die Stellungnahmen offizieller Stellen zeigen, dass Moosdorfs Behauptungen keiner faktischen Grundlage standhalten.

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