Bundestagsabgeordnete erhalten ab Juli deutlich mehr Geld
Die 630 Mitglieder des Deutschen Bundestages können sich auf eine spürbare Gehaltserhöhung freuen. Zum 1. Juli 2026 steigen ihre monatlichen Diäten turnusgemäß um 4,2 Prozent. Dies entspricht einem finanziellen Plus von etwa 497 Euro pro Monat für jeden Abgeordneten.
Automatische Anpassung nach Lohnindex
Die Höhe der Erhöhung ergibt sich aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur allgemeinen Lohnentwicklung. Gemäß den Regeln des Bundestages passen sich die Abgeordnetenbezüge automatisch an die Entwicklung des Nominallohnindex an. Damit entfällt eine gesonderte Abstimmung im Parlament über diese Gehaltsanpassung.
Konkret bedeutet dies: Die steuerpflichtigen monatlichen Bezüge der Bundestagsabgeordneten steigen von bisher 11.833,47 Euro auf rund 12.330 Euro. Damit überschreiten die Diäten erstmals die 12.000-Euro-Marke.
Dritte deutliche Erhöhung in Folge
Es handelt sich bereits um die dritte kräftige Diätenerhöhung innerhalb weniger Jahre. Im Jahr 2025 waren die Bezüge um 5,4 Prozent gestiegen, 2023 sogar um sechs Prozent. Diese regelmäßigen Anpassungen sollen die Bezahlung der Volksvertreter an die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung koppeln.
Die automatische Erhöhung für die gesamte Legislaturperiode wurde zu Beginn der aktuellen Amtszeit im vergangenen Jahr beschlossen. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) muss die Anpassung lediglich als Drucksache veröffentlichen, damit sie in Kraft tritt.
Besondere Regelungen für Amtsträger
Die Bundestagspräsidentin profitiert in besonderem Maße von der Erhöhung, da sie neben der regulären Abgeordnetendiät ein zusätzliches Amtsgehalt erhält. Ihre Gesamtbezüge steigen dadurch von derzeit 23.666,94 Euro um 994 Euro auf dann 24.661 Euro monatlich.
Die Vizepräsidenten des Bundestages erhalten eine halbe Diät als Amtsgehalt. Ihre Bezüge erhöhen sich entsprechend von bisher 17.750 Euro auf dann 18.496 Euro im Monat.
Auch Pensionen steigen mit
Die Diätenerhöhung wirkt sich ebenfalls auf die Altersversorgung der Parlamentarier aus. Für jedes Mandatsjahr erhalten ehemalige Abgeordnete 2,5 Prozent der aktuellen Diäten als Pension. Nach einer vollen vierjährigen Legislaturperiode summiert sich dies auf zehn Prozent der aktiven Bezüge.
Durch die jüngste Erhöhung steigt die monatliche Pension bei vier Mandatsjahren von bisher 1.183 Euro auf dann 1.233 Euro. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer müsste etwa 30 Jahre lang arbeiten, um eine vergleichbare Altersrente zu erreichen.
Die regelmäßige Anpassung der Abgeordnetenbezüge bleibt ein kontinuierlich diskutiertes Thema in der politischen Landschaft Deutschlands, das sowohl Zustimmung als auch Kritik hervorruft.



