Grünen-Zoff bei Hart aber fair: Palmer-Frage bringt Banaszak ins Straucheln
Grünen-Zoff: Palmer-Frage bringt Banaszak ins Straucheln

Grünen-Chef in Erklärungsnot: Palmer-Frage bringt Banaszak bei Hart aber fair ins Straucheln

Alte Konflikte scheinen bei den Grünen nicht zu verblassen. Bei der Talkshow Hart aber fair geriet Parteichef Felix Banaszak (36) in erhebliche Erklärungsnot, als Moderator Louis Klamroth (36) eine heikle Frage zur Rolle des ehemaligen Grünen-Politikers Boris Palmer (53) stellte. Der Anlass war der Wahlsieg des neuen grünen Landesvaters Cem Özdemir (60) in Baden-Württemberg.

Die heikle Frage zur Regierungsbildung

Klamroth konfrontierte Banaszak mit einer aktuellen Forderung: „Der Sprecher der Grünen Jugend hat heute die Bundesspitze, also Sie, dazu aufgefordert, mit absoluter Klarheit dafür zu sorgen, dass Boris Palmer keine Rolle spielen darf bei der Regierungsbildung in Baden-Württemberg. Werden Sie dafür sorgen?“

Boris Palmer, der 2022 nach heftigen Auseinandersetzungen über Migrationsfragen aus der Partei ausgeschieden war, hatte Özdemir im Wahlkampf unterstützt und könnte nun möglicherweise als Minister in eine neue grün-schwarze Landesregierung eintreten. Diese Perspektive sorgt innerhalb der Grünen für erhebliche Spannungen.

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Banaszaks ausweichende Antworten

Der Grünen-Chef reagierte zunächst ausweichend: „Nein, das werde ich nicht. Es ist überhaupt nicht meine Aufgabe, Cem Özdemir zu erklären, wie er sein Kabinett zusammenzustellen hat.“ Als Klamroth nachhakte, ob Banaszak es begrüßt habe, dass Palmer im Wahlkampf eine zentrale Rolle spielte, wich der Parteivorsitzende erneut aus: „Ich kann für mich ganz offen sagen, dass ich mich mit Boris Palmer in meinem Leben schon oft genug intensiv beschäftigt habe.“

Die Situation eskalierte, als der Moderator direkt fragte, ob Banaszak eine Rückkehr Palmers in die Partei befürworte. Der Grünen-Chef geriet sichtlich in die Defensive und begann zu stottern: „Äh – offensichtlich gibt es ja eine Entfremdung von Boris Palmer und der grünen Partei. Und da die auch an bestimmten inhaltlichen Vorstellungen liegt, wäre es etwas überraschend...“

Spannungen auch auf der Wahlparty

Die innerparteilichen Konflikte zeigten sich auch auf der Siegesfeier der Grünen. Berichten zufolge wurde Palmer im Foyer der Staatsgalerie zum Gehen gedrängt. Kaum war der ehemalige Tübinger Oberbürgermeister eingetroffen, habe es bereits Ärger gegeben. Zwei junge Männer, vermutlich Mitglieder der Grünen Jugend, sollen ihn angegangen haben mit der Aufforderung, die Veranstaltung zu verlassen.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) kommentierte die Situation mit Blick auf Özdemirs künftige Rolle zwischen Landes- und Bundespolitik: „Wie wird er im Bundesrat abstimmen in den Fragen von Energiepolitik? Wird er der Linie folgen, die er im Wahlkampf vertreten hat? Das sind die Fragen. Das ist ein Autoland!“

Die Diskussion bei Hart aber fair offenbarte tiefe Gräben innerhalb der Grünen, die trotz des Wahlerfolgs in Baden-Württemberg fortbestehen. Die Frage, wie mit dem umstrittenen Ex-Parteimitglied Boris Palmer umgegangen werden soll, bleibt ein neuralgischer Punkt, der die Partei auch in Zukunft beschäftigen wird.

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