Angela Merkel im Interview: Keine Rückkehr als Bundespräsidentin, aber Selbstkritik
Merkel: Keine Rückkehr als Bundespräsidentin, aber Selbstkritik

Angela Merkel äußert sich zu Gerüchten über politische Rückkehr

In ihrem ersten Interview im Jahr 2026 hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) klare Worte zu Spekulationen über eine mögliche Rückkehr in die Politik gefunden. Die Diskussionen um eine Kandidatur als Bundespräsidentin wies sie entschieden zurück und betonte, dass ihre aktive politische Zeit definitiv beendet sei.

CDU bleibt politische Heimat trotz Differenzen

Merkel erklärte im ARD-Podcast Freiheit Deluxe mit Jagoda Marinić, dass die CDU weiterhin ihre politische Heimat darstelle. Ihr Auftritt beim jüngsten CDU-Parteitag sei ein bewusstes Signal gewesen, um in Zeiten demokratischer Herausforderungen Verbundenheit zu demonstrieren. „Ich finde, dass die Demokratie insgesamt so unter Druck ist, dass es wichtig sein kann zu zeigen, wo ich herkomme und wohin ich gehöre“, so die Ex-Kanzlerin. Allerdings machte sie deutlich, dass dies keine regelmäßige Präsenz bei Parteiveranstaltungen bedeute.

Selbstreflexion über Amtszeit und Versäumnisse

Das ausführliche Gespräch bot Merkel die Gelegenheit, Bilanz über ihre sechzehnjährige Kanzlerschaft zu ziehen. Während sie grundsätzlich keine Reue über vergangene Entscheidungen zeigte und insbesondere ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik von 2015 nach wie vor verteidigte, gestand sie auch deutliche Versäumnisse ein. „Was mir wirklich nicht gut gelungen ist, ist ausreichend für den Klimaschutz zu machen“, räumte Merkel selbstkritisch ein. Sie verwies auf Gespräche mit Aktivistinnen wie Greta Thunberg und Luisa Neubauer, die sie stets zu mehr Engagement gedrängt hätten.

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Die ehemalige Regierungschefin reflektierte, dass sie zwar auf ihre Art Kompromissfähigkeit im Umweltschutz eingefordert habe, aber mit der Kritik leben müsse, dass entschlosseneres Handeln möglicherweise mehr erreicht hätte. „Ich muss damit leben, dass ein Anderer sagt: Wenn du mal auf den Tisch gehauen hättest, vielleicht hättest du dann mehr rausgekriegt“, so ihre nüchterne Einschätzung.

Abschied von der aktiven Politik und Blick in die Zukunft

Merkel betonte mehrfach, dass sie ihre aktive politische Karriere als abgeschlossen betrachte und nun die Rolle der Beobachterin genieße. Das Interview behandelte neben persönlichen Rückblicken auch die aktuelle Weltlage und das entscheidende Wahljahr 2026. Die Ex-Kanzlerin zeigte sich dabei als aufmerksame Analystin, ohne sich in tagespolitische Debatten einzumischen.

Ihre klare Absage an eine Rückkehr in ein politisches Amt, insbesondere das des Bundespräsidenten, unterstrich sie mit den knappen Worten: „Meine politische Zeit war.“ Damit beendete sie alle Spekulationen über ein mögliches Comeback und markierte den endgültigen Übergang in den Ruhestand.

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