Angela Merkel im Interview: Rückkehr in die Politik ausgeschlossen
In ihrem ersten Interview im Jahr 2026 hat sich die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausführlich zu Gerüchten über eine mögliche Rückkehr in ein Spitzenamt geäußert. Die langjährige Regierungschefin Deutschlands betonte dabei deutlich, dass ihre aktive politische Karriere beendet ist.
Keine Ambitionen für politische Ämter
Merkel bezeichnete Spekulationen über eine Rückkehr in die Politik – etwa als Bundespräsidentin – als völlig abwegig. „Meine politische Zeit war“, erklärte die Ex-Kanzlerin im ARD-Podcast „Freiheit Deluxe“ mit Jagoda Marinic. Stattdessen genieße sie mittlerweile ihre Rolle als Zuschauerin des politischen Geschehens.
Ihr Auftritt beim CDU-Parteitag hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt und neue Diskussionen über eine mögliche Rückkehr entfacht. Merkel betonte jedoch, dass dies nicht bedeute, sie würde nun regelmäßig Parteitage besuchen. „Das heißt aber nicht, dass ich jetzt zu jedem Parteitag gehe“, so die ehemalige Parteivorsitzende.
Reflexion über die eigene Amtszeit
Im ausführlichen Podcast-Interview sprach Merkel sowohl über das entscheidende Wahljahr 2026 und die aktuelle Weltlage als auch über ihre eigene politische Laufbahn. Dabei zeigte sich die ehemalige Kanzlerin selbstkritisch, insbesondere in Bezug auf den Klimaschutz.
„Was mir wirklich nicht gut gelungen ist, ist ausreichend für den Klimaschutz zu machen“, räumte Merkel ein. Sie verwies auf Gespräche mit Klimaaktivistinnen wie Greta Thunberg und Luisa Neubauer, die ihr stets gesagt hätten, sie könne bei entsprechendem Willen deutlich mehr erreichen.
Gleichzeitig verteidigte Merkel ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik von 2015 entschieden: „Wenn ich anders entschieden hätte, würde ich mich nicht gut fühlen.“ Insgesamt versuche sie, nicht über vergangene Entscheidungen zu hadern, sondern mit ihnen im Frieden zu sein.
Verbindung zur CDU bleibt bestehen
Trotz gewisser Meinungsverschiedenheiten mit der aktuellen Parteiführung betonte Merkel, dass die CDU weiterhin ihre politische Heimat sei. In einer Zeit, in der die Demokratie insgesamt unter Druck stehe, sei es wichtig zu zeigen, wo man politisch verwurzelt ist.
„Ich finde, dass die Demokratie insgesamt so unter Druck ist, dass es wichtig sein kann zu zeigen, dass trotz mancher Unterschiede bleibt das, was meine politische Zugehörigkeit ist, der Ort, wo ich als Gast gerne hingehe“, erklärte die ehemalige Bundeskanzlerin.
Das Interview markiert einen seltenen Einblick in das aktuelle Denken der Politikerin, die Deutschland von 2005 bis 2021 regierte und damit länger im Amt war als jeder andere demokratisch gewählte Kanzler in der Geschichte der Bundesrepublik.



