Tim Achtermeyer (32), Landtagsabgeordneter aus Bonn und seit 2022 einer der beiden Landesvorsitzenden der Grünen in Nordrhein-Westfalen, setzte bei seiner Wiederwahlrede am Samstag in Troisdorf auf eine provokative Geste: Er streckte den Mittelfinger der rechten Hand aus und richtete ihn symbolisch gegen den Iran. Das Publikum quittierte dies mit frenetischem Jubel und langem Schlussapplaus. Am Ende wurde Achtermeyer mit 91,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt – eine deutliche Steigerung gegenüber 82 Prozent im Jahr 2022 und 88,5 Prozent im Jahr 2024.
Bewerbungsrede mit klarer Kante
In seiner Rede sprach Achtermeyer von Hoffnung, Mut und „Lust auf Politik, auf Veränderung“. Er lobte die schwarz-grüne Regierung in Düsseldorf und kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU). Dann wetterte er gegen die Männer im Kreml und im Mullah-Regime im Iran, die ihr Volk unterdrückten und andere Länder von ihren Öl- und Gasvorkommen abhängig machten. „Wir stellen noch eine Windenergieanlage in die Landschaft als ausgestreckten Mittelfinger in Richtung Iran“, rief er und begleitete die Worte mit der entsprechenden Geste.
Herausragendes Ergebnis für beide Vorsitzenden
Neben Achtermeyer verbesserte auch seine Co-Vorsitzende Yazgülü Zeybek (39) ihr Ergebnis: Sie erhielt 85,1 Prozent der Stimmen, nachdem sie 2022 mit 82 Prozent und 2024 mit 84 Prozent gewählt worden war. Gegenkandidaturen gab es nicht. Der Erfolg zeigt, dass die provokative Strategie Achtermeyers bei den Delegierten gut ankam. Die Partei setzt damit weiterhin auf einen Kurs der klaren Kante in der Energiepolitik und der Außenpolitik.



