BKA meldet drastischen Anstieg islamistischer Inhalte im Netz - Naschids im Fokus
BKA: 23.000 islamistische Inhalte zur Löschung vorgeschlagen

Drastischer Anstieg islamistischer Inhalte im Netz

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im vergangenen Jahr einen signifikanten Anstieg islamistischer Inhalte im Internet festgestellt und zur Löschung vorgeschlagen. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion geht hervor, dass 2025 rund 23.000 sogenannte Löschanregungen versandt wurden. Diese Zahl markiert einen deutlichen Zuwachs gegenüber den Vorjahren, in denen die Werte zwischen 7.240 und 13.903 lagen.

Löschquote erreicht Rekordniveau

Positiv entwickelt sich die Löschquote nach einer solchen Anregung. Laut Bundesregierung wurden im vergangenen Jahr 96 Prozent der beanstandeten islamistischen Beiträge entfernt. Im Vergleich dazu lag der Anteil 2024 bei gut 90 Prozent und 2023 bei knapp 80 Prozent. Bei sogenannten Entfernungsanordnungen, die auf Basis einer EU-Verordnung bei terroristischen Inhalten ergehen, müssen Anbieter binnen einer Stunde löschen oder den Zugriff EU-weit sperren. 2025 wurden 215 solcher Anordnungen ausgesprochen, denen die Anbieter in allen Fällen entsprachen.

Naschids: Von religiösen Gesängen zu Kampfliedern

Hintergrund des starken Anstiegs ist laut Informationen ein verstärkter Fokus auf Einzelnutzer in Deutschland sowie auf sogenannte Naschids. Traditionell handelt es sich bei Naschids um religiöse Lobgesänge, doch können sie auch islamistische Propaganda oder terroristische Aufforderungen zum Kampf enthalten. Diese Entwicklung stellt die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen bei der Identifizierung extremistischer Inhalte.

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Radikalisierung verlagert sich in digitale Räume

„Während die Täter immer jünger werden und drei von vier Anschlägen im letzten Jahr mit Hieb- und Stichwaffen ausgeübt wurden, verlagert sich die Radikalisierung zunehmend in den digitalen Raum“, erklärt Lamya Kaddor, Berichterstatterin der Grünen-Bundestagsfraktion für die Bekämpfung des Islamismus. Kritisch sieht sie die Ausstattung der Bundesregierung bei präventiven und repressiven Maßnahmen gegen islamistische Radikalisierung über Gaming-Plattformen wie Roblox oder Discord.

Gemeinsames Internetzentrum als Kooperationsplattform

Seit 2007 existiert das Gemeinsame Internetzentrum (GIZ), eine Kooperationsplattform zur Erkennung extremistischer Inhalte im Netz und Identifizierung von Gefährdungslagen. Beteiligt sind unter anderem das BKA und das Bundesamt für Verfassungsschutz. Während die Löschung strafbarer Inhalte in die Zuständigkeit der Länder fällt, kann der Bund im Einzelfall unterstützen. Eine eigene Zuständigkeit hat das BKA bei terroristischen Inhalten.

Die Entwicklung zeigt, dass islamistische Akteure zunehmend digitale Kanäle für ihre Propaganda nutzen und dabei auch scheinbar harmlose Formate wie religiöse Gesänge für ihre Zwecke instrumentalisieren. Die Sicherheitsbehörten stehen vor der Herausforderung, dieser Entwicklung mit angemessenen Mitteln zu begegnen, während gleichzeitig die Löschquote auf hohem Niveau bleibt.

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