Staatsanwaltschaft fordert 7 Jahre, 7 Monate Haft für Marius Borg Høiby in Oslo
7 Jahre, 7 Monate Haft für Marius Borg Høiby gefordert

Staatsanwaltschaft fordert 7 Jahre und 7 Monate Haft für Marius Borg Høiby

Im Osloer Amtsgericht hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch ihre Strafmaßforderung im aufsehenerregenden Prozess gegen Marius Borg Høiby verkündet. Für den 29-jährigen Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit werden sieben Jahre und sieben Monate Haft gefordert. Die Anklage hält Høiby in 39 von ursprünglich 40 Anklagepunkten für schuldig, die meisten davon betreffen Vergewaltigungsvorwürfe.

Mammut-Prozess mit 70 Zeugen und 27 Verhandlungstagen

Seit dem 2. Februar sitzt Marius Borg Høiby in Untersuchungshaft, nachdem gegen ihn schwere Vorwürfe erhoben wurden. Der Prozess erstreckte sich über sieben Wochen mit insgesamt 27 Verhandlungstagen, in denen 70 Zeugen aussagten. Staatsanwalt Sturla Henriksbø zeigte sich nach Abschluss der Beweisaufnahme zufrieden mit dem Verfahrensverlauf.

„Jetzt sind wir sehr zufrieden, dass wir alle Beweise präsentieren konnten, die wir präsentieren wollten“, erklärte Henriksbø in einem Gespräch nach der Strafmaßverkündung. Der Staatsanwalt betonte, dass die Untersuchungshaft dem Angeklagten wahrscheinlich geholfen habe, während des Prozesses gefasst zu bleiben, da seine Zeit vor Prozessbeginn von Drogen und einem instabilen Leben geprägt gewesen sei.

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Mathematisches Puzzle bei Strafhöhenberechnung

Die geforderte Strafe von sieben Jahren und sieben Monaten ergibt sich aus einer komplexen Berechnung. „Das ist im Grunde ein mathematisches Puzzle“, erläuterte Staatsanwalt Henriksbø das norwegische Strafrechtssystem. Für das schwerste Delikt – in diesem Fall eine der Vergewaltigungen – würde allein bereits eine dreijährige Haftstrafe verhängt werden.

Für die weiteren Taten kommen anteilig zusätzliche Monate oder Jahre hinzu, wobei das norwegische Recht bei der Zusammenfassung mehrerer Straftaten eine Art „Discount“ vorsieht. Von der Gesamtstrafe werden die bereits in Untersuchungshaft verbrachten Tage abgezogen.

Urteilsverkündung erst im Sommer erwartet

Obwohl die Staatsanwaltschaft ihre Forderung nun vorgelegt hat, liegt das letzte Wort beim Richter und den Schöffen. „Es ist auch möglich, dass das Gericht unsere Bewertung der einzelnen Taten anders einschätzt – also als schwerer oder weniger schwer“, gab Henriksbø zu bedenken. Das Urteil könnte demnach sogar noch höher ausfallen als die jetzt geforderte Strafe.

Am Donnerstag findet der letzte Verhandlungstag statt, die Urteilsverkündung wird jedoch erst für Ende Mai oder Anfang Juni erwartet. Der Prozess hat in Norwegen landesweit für Aufsehen gesorgt, nicht zuletzt wegen der prominenten Familienverbindungen des Angeklagten.

Während der meisten Verhandlungstage zeigte sich Marius Borg Høiby nach unten blickend und zeichnend auf einem Block. Die Staatsanwaltschaft bewertete seine Anwesenheit während des gesamten Verfahrens als positiv für den Prozessverlauf.

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