FDP-Kandidatin nutzt CSU-Initialen auf Wahlplakat: Werbestrategie sorgt für Verwirrung
FDP-Kandidatin wirbt mit CSU-Initialen auf Plakat

Verwirrung im Münchner Umland: FDP-Plakat mit CSU-Botschaft

Im oberbayerischen Oberhaching sorgt ein ungewöhnliches Wahlplakat der FDP für Aufsehen und Verwirrung bei Passanten. An der Kybergstraße und der Sauerlacher Straße hängt seit Kurzem ein gelbes Plakat der Liberalen, das auf den ersten Blick wie eine Kooperation mit der CSU wirkt. Denn deutlich sichtbar prangt darauf die Abkürzung CSU – in blauer Schrift auf gelbem Grund.

„Unsere CSU“: Clevere Namensspielerei oder politische Täuschung?

Die drei Buchstaben C, S und U sind untereinander angeordnet, darüber steht der Satz „Unsere CSU“. Wer nur vorbeifährt, könnte tatsächlich annehmen, dass die Freien Demokraten und die Christlich-Soziale Union nun gemeinsame Sache machen. Doch der Schein trügt: Es handelt sich um ein reines FDP-Plakat für die Kommunalwahl.

Die Erklärung ist ebenso simpel wie originell: Die FDP-Kandidatin für den Gemeinderat heißt Claudia Schmidt-Utzmann – und ihre Initialen ergeben zufällig genau die Buchstabenfolge CSU. „Wir trauen dem Wähler zu, ein gelbes Plakat auch der FDP zuzuordnen“, erklärt Axel Schmidt, der Ehemann der Kandidatin und Vorstandsmitglied der Oberhachinger Liberalen.

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Geteilte Meinungen zur ungewöhnlichen Werbestrategie

Die Reaktionen auf das kreative Plakat fallen in der Bevölkerung unterschiedlich aus. Während jüngere Wähler die Idee als „legendär“ bezeichnen, finden andere Bürger die Botschaft schlichtweg unverständlich. Einige fragen sich sogar, warum sich die FDP derart mit der CSU identifizieren möchte.

„Die Meinungen über das Plakat sind gespalten“, räumt Axel Schmidt ein. Besonders kritisch betrachtet wird, dass konkrete politische Inhalte auf dem Plakat fehlen. Wer mehr erfahren möchte, muss einen QR-Code scannen – vorausgesetzt, man hat ein Smartphone zur Hand.

Hintergrund: Machtverhältnisse im Gemeinderat

Die ungewöhnliche Werbeaktion hat einen ernsten politischen Hintergrund. Nachdem 2025 drei Gemeinderätinnen aus der Grünen-Fraktion ausgeschieden sind, befürchtet die FDP eine Machtkonzentration bei der CSU. Diese stellt mit Stefan Schelle den Bürgermeister und verfügt über elf Mandate im Gemeinderat – nur eines fehlt zur absoluten Mehrheit.

„Dann wäre der Gemeinderat nur noch ein Absegnungsgremium“, warnt Schmidt auf einem begleitenden Flyer. „Es wäre doch langweilig, wenn nur noch einer was zu sagen hätte.“ Die FDP möchte verhindern, dass die CSU alleine regieren kann.

Bürgermeister reagiert mit Humor

Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) nimmt die Plakataktion mit Gelassenheit. „Die Damen und Herren aus der CSU-Fraktion haben Frau Schmidt-Utzmann schon einen Aufnahmeantrag zugeleitet“, scherzt er gegenüber der AZ. Gleichzeitig betont er, dass die absolute Mehrheit für die CSU in Oberhaching nie ein Thema war und Parteipolitik im Gemeinderat eine untergeordnete Rolle spiele.

Ein positiver Aspekt aus Sicht aller demokratischen Parteien: In Oberhaching tritt bei dieser Kommunalwahl keine AfD-Liste an. „Das ist doch auch etwas“, so der Bürgermeister.

Ausblick auf den Wahlsonntag

Ob die ungewöhnliche Werbestrategie der FDP aufgeht oder nach hinten losgeht, wird sich am kommenden Sonntag zeigen. „Sollten wir deshalb nur zwei Prozent bekommen, haben wir einen Fehler gemacht“, gibt Axel Schmidt zu bedenken. Wenn die Stimmen ausgezählt sind, wird Oberhaching nicht nur über seine politische Zukunft entschieden haben, sondern auch darüber, ob kreative Wahlwerbung tatsächlich Wähler überzeugt oder eher verwirrt.

Die Diskussion um das Plakat zeigt jedenfalls, dass Kommunalpolitik durchaus unterhaltsam sein kann – und dass manchmal schon der Name einer Kandidatin für politische Sprengkraft sorgt.

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