Feuerwehrhaus-Neubau in Malchin stockt: Millionenproblem zwingt Stadt zu Alternativplanung
Malchin: Feuerwehrhaus-Neubau stockt wegen Millionenproblem

Feuerwehrhaus-Neubau in Malchin ins Wanken geraten: Stadt kämpft mit Finanzierungsproblem

Die gute Stimmung bei der Jahreshauptversammlung der Schwerpunktfeuerwehr Malchin verflog schnell, als Bürgermeister Axel Müller (CDU) die schlechten Nachrichten überbrachte. Der lang ersehnte Neubau des Feuerwehrgerätehauses, das mittlerweile viel zu klein ist und nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, kann vorerst nicht realisiert werden. Die Stadt prüft nun Alternativen, doch die Zukunft des Projekts bleibt ungewiss.

Kostenexplosion stoppt ursprünglichen Plan

Der ursprüngliche Plan sah vor, das alte Gerätehaus in der Poststraße abzureißen und an gleicher Stelle neu zu bauen. Dieser Ansatz ist nun ins Stocken geraten, da die Kosten für einen solchen Neubau auf bis zu 13 Millionen Euro veranschlagt werden. Das Land fördert in einer Kleinstadt wie Malchin lediglich sechs Stellplätze für Einsatzfahrzeuge mit jeweils 400.000 Euro, was einen Eigenanteil der Stadt von rund zehn Millionen Euro bedeutet. „Das kriegen wir nicht hin“, erklärte Bürgermeister Müller deutlich.

Die Platzprobleme im alten Gerätehaus sind gravierend: Für das neue Löschfahrzeug HLF 20 musste sogar ein Teil der Lüftung abmontiert werden, um es unterzubringen. Die vielen Einsatzfahrzeuge der Schwerpunktfeuerwehr finden in den beengten Verhältnissen kaum Platz.

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Suche nach alternativen Standorten und Finanzierungswegen

Wie es weitergehen soll, ist noch offen. Müller versprach den Feuerwehrkameraden jedoch: „Wir brauchen den Neubau und wir werden da dran bleiben. Es ist nicht gestrichen, wir werden eine Lösung finden.“ Die Stadt prüft nun verschiedene Optionen:

  • Suche nach einem anderen, möglichst zentrumsnahen Standort
  • Erneute Prüfung eines Anbaus an die vom Landkreis geplante neue Rettungswache in der Stavenhagener Straße
  • Einbeziehung des Feuerwehrgeländes in das neue städtische Sanierungsgebiet „Bahnhofsvorstadt“

Der Standort am Stadtrand in der Stavenhagener Straße wird von der Feuerwehr allerdings abgelehnt. Die Anfahrtswege zu den Einsätzen wären in den meisten Fällen viel zu lang, und bei einer Blockade der Brücke über die Ostpeene an der Stadtmühle müssten die Einsatzfahrzeuge lange Umwege in Kauf nehmen.

Vage Aussichten auf Fördermittel

Ein Neubau an Stelle des alten Gerätehauses ist noch nicht komplett vom Tisch. Die Stadt hat das Feuerwehrgelände in das geplante Sanierungsgebiet „Bahnhofsvorstadt“ einbezogen, das allerdings erst noch genehmigt werden muss. Erst dann könnten Städtebaufördermittel für Bauvorhaben in Aussicht stehen. Ein neues Gerätehaus könnte dann zu jeweils einem Drittel von Bund, Stadt und Land finanziert werden.

Allerdings sind diese Aussichten noch sehr vage. Zum Vergleich: Die bisher größte Einzelmaßnahme bei der Innenstadtsanierung war die Sanierung des Rathauses mit 2,83 Millionen Euro – deutlich weniger als die für das Feuerwehrhaus benötigten Mittel.

Ungewisse Zeitplanung frustriert Feuerwehr

Amtswehrführer Fred Rehberg wollte schließlich wissen, wie viele Jahre es sich noch hinziehen werde, bis Malchin endlich ein neues Gerätehaus haben wird. Müller musste ernüchternd antworten: „Seriös kann ich das nicht sagen. Wir müssen erst einen Standort finden und dann entsprechende Fördermittel beantragen.“

Es sieht ganz danach aus, dass das Thema die Malchiner Feuerwehr noch auf etlichen weiteren Jahreshauptversammlungen beschäftigen wird. Die Kameraden müssen sich weiterhin mit den beengten Verhältnissen im alten Gerätehaus arrangieren, während die Stadt nach einer finanziell machbaren Lösung sucht.

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