Razzia bei Norwegens Ex-Regierungschef: Anwalt bestätigt Epstein-Verbindung
Razzia bei Norwegens Ex-Regierungschef wegen Epstein

Razzia bei Norwegens Ex-Regierungschef: Epstein-Verbindung bestätigt

In einer bemerkenswerten Entwicklung im Zusammenhang mit dem internationalen Epstein-Skandal haben norwegische Strafverfolgungsbehörden am Mittwoch die Wohnungen des ehemaligen norwegischen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland durchsucht. Dies bestätigte Jaglands Rechtsvertreter gegenüber der norwegischen Zeitung Verdens Gang in einer offiziellen Stellungnahme.

Umfassende Durchsuchungen in Oslo und an der Ostküste

Die Beamten der norwegischen Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität führten nicht nur eine Razzia in Jaglands Wohnung in der Hauptstadt Oslo durch, sondern suchten auch sein Haus an der malerischen norwegischen Ostküste systematisch ab. Diese koordinierten Aktionen markieren eine neue Eskalation in den seit Monaten laufenden Ermittlungen.

Immunitätsaufhebung durch den Europarat

Bereits am Mittwoch hatte der Europarat auf ausdrücklichen Wunsch der norwegischen Regierung die diplomatische Immunität aufgehoben, die Jagland während seiner Amtszeit als Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation von 2009 bis 2019 genoss. Diese Entscheidung ermöglichte erst die aktuellen strafrechtlichen Untersuchungen gegen den ehemaligen Spitzenpolitiker.

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Ermittlungen wegen schwerer Korruption

Die norwegischen Ermittler konzentrieren sich auf Jaglands vielfältige Kontakte zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Konkret wird dem ehemaligen Ministerpräsidenten vorgeworfen, während seiner Zeit als Europarats-Generalsekretär in Epsteins luxuriösen Apartments in Paris und New York übernachtet zu haben. Zudem soll er Urlaub in Epsteins Anwesen in Palm Beach, Florida, verbracht haben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf schwere Korruption, da diese Kontakte möglicherweise mit Amtsmissbrauch oder unrechtmäßigen Vorteilsannahmen in Verbindung stehen könnten.

Jaglands politische Karriere

Thorbjørn Jagland blickt auf eine beeindruckende politische Laufbahn zurück: Nach seiner Zeit als norwegischer Ministerpräsident diente er jahrelang als Generalsekretär des Europarates und übernahm zusätzlich den Vorsitz des prestigeträchtigen norwegischen Nobelkomitees. Diese Positionen verliehen ihm internationales Ansehen und diplomatischen Einfluss.

Reaktion des Verteidigers

Jaglands Anwalt äußerte sich gegenüber der norwegischen Nachrichtenagentur NTB zurückhaltend, aber kooperativ: „Mein Mandant arbeitet vollumfänglich mit den zuständigen Ermittlungsbehörden zusammen. Wir sind jedoch der Auffassung, dass keine Umstände vorliegen, die zu einer tatsächlichen Strafverfolgung führen sollten.“

Die Ermittlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, und es bleibt abzuwarten, ob die gesammelten Beweise ausreichen werden, um formelle Anklagen zu erheben. Dieser Fall unterstreicht erneut die weitreichenden internationalen Verflechtungen des Epstein-Skandals, der weiterhin prominente Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft in seinen Bann zieht.

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