NGO erhebt schwere Vorwürfe: Israel soll palästinensische Journalisten gefoltert haben
Israel soll palästinensische Journalisten gefoltert haben

Schwere Vorwürfe gegen Israel: Folter an palästinensischen Journalisten in Gefängnissen

Eine internationale Nichtregierungsorganisation erhebt schwere Vorwürfe gegen Israel: Laut einem aktuellen Bericht sollen in israelischen Gefängnissen 58 palästinensische Journalisten systematisch gefoltert und misshandelt worden sein. Die Organisation Committee to Protect Journalists (CPJ) sprach für ihre Untersuchung mit fast 60 Journalisten, die seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 inhaftiert sind.

Systematische Misshandlungen dokumentiert

Die betroffenen Journalisten beschrieben die Geschehnisse laut CPJ als Folter, Misshandlung oder andere Formen von Gewalt. Obwohl die Haftbedingungen in verschiedenen Gefängnissen unterschiedlich waren, seien die geschilderten Methoden auffallend einheitlich gewesen. Zu den dokumentierten Vorwürfen gehören:

  • Körperliche Übergriffe mit Schlagstöcken und Stangen
  • Erzwungene Stresspositionen, darunter Aufhängen an hinter dem Rücken gefesselten Armen
  • Entzug von Sinneseindrücken und medizinische Vernachlässigung
  • Sexuelle Gewalt, einschließlich Vergewaltigungen
  • Extremer Nahrungsentzug mit durchschnittlich 23,5 Kilogramm Gewichtsverlust pro Person

Der Bericht enthält detaillierte Beschreibungen einzelner Fälle, bei denen Journalisten bei ihrer Ankunft im Gefängnis von Soldaten geschlagen worden sein sollen. Elf Inhaftierte gaben an, durch Aufhängen an gefesselten Armen gefoltert worden zu sein, während in mehreren Fällen die Wunden erlittener Verletzungen nicht behandelt worden seien.

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Israel weist Vorwürfe kategorisch zurück

Die israelische Gefängnisbehörde und die israelischen Streitkräfte (IDF) haben die Vorwürfe des CPJ laut Berichten der britischen Zeitung The Guardian entschieden zurückgewiesen. Ein Sprecher der Gefängnisbehörde erklärte, man weise die Anschuldigungen kategorisch zurück und verwies darauf, dass jede konkrete Beschwerde über offizielle Kanäle von den zuständigen Behörden geprüft werde.

Die IDF schrieben in einem Statement, dass sie die Vorwürfe bezüglich systematischer Misshandlung von Häftlingen, einschließlich Vorwürfen sexuellen Missbrauchs vollständig zurückweisen würden. Die israelischen Behörden betonen regelmäßig, dass alle Verfahren in ihren Gefängnissen den gesetzlichen Standards entsprechen.

Historische Vorwürfe und internationale Reaktionen

Dies ist nicht der erste Bericht über mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen in israelischen Gefängnissen. Bereits im August 2024 veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation B'Tselem Zeugenaussagen von Insassen des Militärgefängnisses Sde Teiman, in denen systematische und institutionalisierte Menschenrechtsverletzungen durch israelische Sicherheitskräfte beschrieben wurden.

In einem gemeinsamen Bericht mehrerer israelischer Menschenrechtsorganisationen für den UNO-Ausschuss gegen Folter aus dem Jahr 2025 wird Folter als ein bewusstes und weitverbreitetes Instrument der staatlichen Politik beschrieben. Demnach käme sie während des gesamten Haftprozesses zum Einsatz – von der Festnahme über die Vernehmung bis hin zur Inhaftierung.

Auch Amnesty International hatte Israel in der Vergangenheit vorgehalten, palästinensische Gefangene aus dem Gazastreifen zu misshandeln und zu foltern. Die aktuellen Vorwürfe des CPJ fügen sich somit in eine Reihe von Anschuldigungen ein, die seit Jahren von verschiedenen Menschenrechtsorganisationen erhoben werden.

Die Dokumentation des CPJ stützt sich neben den Interviews mit fast 60 betroffenen Journalisten auch auf Fotos und medizinische Unterlagen, die der Organisation vorliegen sollen. Die Untersuchung konzentrierte sich speziell auf Journalisten, die seit dem 7. Oktober 2023 in israelischer Haft sitzen – einem Zeitpunkt, der durch die Eskalation des Nahost-Konflikts geprägt war.

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