Analysen belegen tödliche Vergiftung Nawalnys mit Pfeilgiftfrösch-Gift
Zwei Jahre nach dem Tod des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny in einer Strafkolonie nördlich des Polarkreises liegen nun schockierende Analysenergebnisse vor. Deutschland, Großbritannien, Schweden und die Niederlande werfen Russland offiziell vor, den prominenten Kremlkritiker mit einem extrem starken Nervengift ermordet zu haben. Die Untersuchungen sterblicher Überreste Nawalnys haben das Gift Epibaditin nachgewiesen, das in Hautdrüsensekreten ecuadorianischer Pfeilgiftfrösche vorkommt.
Außenminister Wadephul: "Nawalny wurde in russischer Gefangenschaft vergiftet"
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz: "Alexej Nawalny wurde in russischer Gefangenschaft vergiftet." Das nachgewiesene Nervengift wirke 200 Mal stärker als Morphium und führe durch Lähmung der Atemmuskulatur zu qualvollem Ersticken. Wadephul betonte, dass nur "Putins Schergen" die genauen Umstände des Todes am 16. Februar 2024 in der Strafkolonie kennen könnten.
"Die russischen Behörden hatten die Möglichkeit, das Motiv und die Mittel, Nawalny das Gift zu verabreichen", so der Minister weiter. Nawalny war bereits 2020 Opfer eines Giftanschlags geworden und wurde damals in der Berliner Charité behandelt, bevor er trotz der Gefahr nach Russland zurückkehrte.
Julia Nawalnaja: "Jetzt haben wir den direkten Beweis"
Die Witwe des Oppositionellen, Julia Nawalnaja, sprach am Rande der Konferenz von einem "schwersten Tag ihres Lebens" vor zwei Jahren. Sie dankte den beteiligten Labors in den vier europäischen Ländern für ihre Arbeit. "Es sei sicher keine Neuigkeit, dass der Kremlchef ein Mörder sei", sagte Nawalnaja. "Aber jetzt haben wir noch einen direkten Beweis dafür."
Die Aktivistin äußerte die Hoffnung, dass Wladimir Putin "irgendwann auf der Anklagebank landet und sich für alles, was er getan hat, verantworten muss". Nawalny galt als der prominenteste Gegner Putins in Russland, insbesondere durch seine wiederholten Enthüllungen von Korruptionsfällen innerhalb der Kreml-Elite.
Internationale Reaktionen und Forderungen nach Konsequenzen
Die britische Außenministerin Yvette Cooper bestätigte die Giftfunde und forderte, dass die russische Regierung "dafür zur Rechenschaft gezogen werden" müsse. Sie erinnerte an Nawalnys eigene Worte: "Wir müssen das tun, was sie fürchten. Sagt die Wahrheit, verbreitet die Wahrheit. Das ist die mächtigste Waffe."
Die schwedische Außenministerin Maria Stenergard bezeichnete die Analysen als "Schritt von größter Wichtigkeit", um Russlands fortwährende Lügen aufzudecken. Der niederländische Außenminister David van Weel verglich die Aufklärung mit den "Mühlen der Gerechtigkeit", die langsam, aber entschlossen mahlen würden.
Hintergrund: Nawalnys Verfolgung und Tod
Alexej Nawalny wurde im Januar 2021 bei seiner Rückkehr nach Russland festgenommen und später zu langen Haftstrafen verurteilt - unter anderem wegen angeblichen Extremismus. Im Gefängnis wurde er stark von der Außenwelt isoliert. Die russischen Behörden hatten seinen Tod in der Strafkolonie als "natürliche Todesursache" bezeichnet.
Wadephul kritisierte scharf: "Putin tritt Völkerrecht und Menschlichkeit nicht nur in der Ukraine jeden Tag mit Füßen." Auch die Verpflichtungen Russlands nach dem Chemiewaffenübereinkommen seien dem Kremlchef "völlig egal". Der Bundesaußenminister forderte konkrete Folgen für die Vergiftung Nawalnys und informierte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen über die neuen Erkenntnisse.
Die internationale Gemeinschaft steht nun vor der Herausforderung, angemessene Konsequenzen aus diesen belegten Menschenrechtsverletzungen zu ziehen, während die Wahrheit über Nawalnys Tod endlich ans Licht gekommen ist.



