AfD sammelt Millionen durch prominente Großspender ein
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat im vergangenen Jahr erhebliche finanzielle Zuwendungen von wohlhabenden Unterstützern erhalten. Wie aus den offiziellen Rechenschaftsberichten hervorgeht, gingen sieben Einzelspenden ein, die jeweils die Meldegrenze von 35.000 Euro deutlich überschritten. Diese Großspenden summieren sich auf eine beeindruckende Gesamtsumme von über 5,1 Millionen Euro.
Boykottaufrufe nach Spende des Möbelmilliardärs
Besonders mediale Aufmerksamkeit erregte die Spende des Berliner Möbelunternehmers Kurt Krieger. Der Milliardär unterstützte die AfD im Jahr 2024 mit insgesamt 18.000 Euro. Da Spenden über 10.000 Euro namentlich veröffentlicht werden müssen, wurde diese Zuwendung öffentlich bekannt. Der SPD-Politiker Kevin Hönicke reagierte prompt mit einem Boykottaufruf gegen Kriegers Möbelhauskette „Möbel Höffner“.
Rekordspende aus Österreich und weitere Millionenbeträge
Die mit Abstand größte Einzelspende an die AfD – und gleichzeitig die höchste Einzelspende an eine deutsche Partei im vergangenen Jahr – kam aus dem Ausland. Der ehemalige FPÖ-Politiker Gerhard Dingler aus Vorarlberg überwies der Partei im Februar knapp 2,4 Millionen Euro. Insgesamt gab es vier Parteispenden, die die Millionengrenze überschritten, darunter eine weitere für die AfD sowie je eine für die SPD und das Bündnis Sahra Wagenknecht.
Die zweite Millionen-Spende erhielt die AfD von Professor Dr. Winfried Alexander Stöcker. Der Mediziner und Investor, der unter anderem das Kaufhaus Görlitz und den Flughafen Lübeck-Blankensee erwarb, ist bereits durch kontroverse Äußerungen zur Migrationspolitik und zur MeToo-Debatte aufgefallen. Zudem geriet er in die Schlagzeilen, weil er einen selbst entwickelten Corona-Impfstoff ohne offizielle Zulassung verabreichte. Im Januar 2025 unterstützte er die AfD mit 1,5 Millionen Euro, gefolgt von weiteren Zahlungen in Höhe von etwa 58.750 Euro im Februar und 50.000 Euro im Dezember.
Weitere Großspender und Vergleich mit anderen Parteien
Zu den weiteren namhaften Unterstützern der AfD zählen Horst Jan Winter, ehemaliges Aufsichtsratsmitglied der Jenaer Böttcher AG, der im Januar 2025 genau 999.990 Euro spendete. Laurenz Herting aus Jesteburg in Niedersachsen steuerte 150.000 Euro bei, während Daniela End aus Bad Oeynhausen 50.000 Euro überwies.
Im Vergleich zu anderen politischen Gruppierungen erhielt die AfD mit sieben Großspenden genau so viele wie die SPD. Die Grünen kamen auf 17 derartige Zuwendungen, der Südschleswigsche Wählerverband auf 22, die FDP auf 27 und die Union sogar auf 75 (CDU: 64; CSU: 11). Weniger Großspenden als die AfD verzeichneten das Bündnis Sahra Wagenknecht (4), die Freien Wähler und Volt (je 2) sowie die Linke, die DKP und die Gerechtigkeitspartei (je 1).
Die finanziellen Zuwendungen in Millionenhöhe unterstreichen die wachsende Unterstützung für die AfD in wirtschaftlich potenten Kreisen, lösen jedoch gleichzeitig kontroverse Debatten über die Einflussnahme durch Großspender auf die politische Landschaft aus.



