Neuer Ost-West-Konflikt erschüttert die AfD
In der Alternative für Deutschland (AfD) bricht ein neuer, tiefer Grabenkampf zwischen den westlichen und östlichen Landesverbänden auf. Im Zentrum des Streits stehen Parteichef Tino Chrupalla (50) aus Sachsen und der einflussreiche Landesverband Baden-Württemberg, der die mangelnde Wertschätzung für seinen Ministerpräsidenten-Kandidaten Markus Frohnmaier (35) kritisiert.
Die Vorwürfe aus dem Südwesten
Der Konflikt entzündete sich an Aussagen Chrupallas über Frohnmaiers Nominierung. Zwar hatte der Parteivorsitzende den Wahlkampfauftritt Frohnmaiers bei „Markus Lanz“ als „hervorragend“ gelobt, doch sein Nachsatz sorgte für Empörung: Es hätte „keine Alternativen“ gegeben, von denen man geglaubt hätte, „mit dem können wir Wahlkampf machen, so ehrlich muss man sein“. Diese als versteckte Kritik interpretierte Aussage wird in Baden-Württemberg als Abwertung der Leistungen Frohnmaiers gewertet.
Marc Bernhard (54), Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion aus Baden-Württemberg, stellt sich demonstrativ hinter Frohnmaier und übt deutliche Kritik an Chrupalla: „Von einem Parteivorsitzenden würde ich für eine solche Leistung Anerkennung und keine Kritik erwarten. Aus meiner Sicht wäre das geboten.“ Bernhard betont die Erfolge Frohnmaiers: „Markus Frohnmaier hat in Baden-Württemberg nicht nur in kürzester Zeit die Landespartei geeint, sondern auch einen hervorragenden Wahlkampf organisiert und das beste jemals gemessene Ergebnis in Westdeutschland erzielt.“
Historische Erfolge und interne Spannungen
Unter der Führung Frohnmaiers erreichte die AfD bei der vergangenen Landtagswahl in Baden-Württemberg 18,8 Prozent der Stimmen – eine Verdopplung im Vergleich zur vorherigen Wahl. Bemerkenswert ist, dass Frohnmaier dabei nicht auf der Landesliste stand, sondern als Wahlkampf-Gesicht fungierte. Dieser Erfolg macht die Kritik an Chrupallas Aussagen aus Sicht der baden-württembergischen AfD besonders schwerwiegend.
Ein weiterer Bundestagsabgeordneter aus dem Westen, der anonym bleiben möchte, wirft Chrupalla sogar „Konkurrenzangst“ vor und kommentiert die Frohnmaier-Kritik mit den Worten: „Das geht gar nicht.“ Diese Reaktionen zeigen, wie tief der Riss zwischen den regionalen Flügeln der Partei inzwischen ist.
Vorboten der Vorstandswahlen
Der neue Ost-West-Streit fällt in eine besonders sensible Phase für die AfD. Anfang Juli stehen die Vorstandswahlen an, bei denen sich Parteichef Tino Chrupalla und Co-Vorsitzende Alice Weidel (47) zur Wiederwahl stellen. Die Ergebnisse dieser Wahlen werden über Machtverteilung und Einfluss innerhalb der Partei entscheiden und könnten die internen Konflikte weiter verschärfen.
Die aktuellen Auseinandersetzungen verdeutlichen, dass die AfD trotz ihrer Wahlerfolge weiterhin mit erheblichen innerparteilichen Spannungen zu kämpfen hat. Der Konflikt zwischen den traditionell starken ostdeutschen Landesverbänden und den aufstrebenden westdeutschen Organisationen wie in Baden-Württemberg könnte die Partei in den kommenden Monaten nachhaltig prägen.



