CDU-Spitzenkandidat Wegner: Pragmatische Mitte gefordert
Wegner: Pragmatische Mitte gefordert

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner will die „pragmatische Mitte“ repräsentieren – jetzt muss er beweisen, dass er es kann. Ein Kommentar von Peter Schink, Chefredakteur.

Wegner zum CDU-Spitzenkandidaten gekürt

92,64 Prozent. Dieses Ergebnis, mit dem die Berliner CDU ihren Spitzenkandidaten Kai Wegner am Dienstagabend in den Wahlkampf geschickt hat, ist eines, von dem andere Parteichefs träumen. Die Partei steht hinter ihrem Regierenden Bürgermeister. Doch damit ist keineswegs sicher, dass die Partei ihren Kandidaten gekürt hat, weil sie von ihm begeistert ist. Letztlich war die Wahl alternativlos. Der überraschende Gegenkandidat aus Mitte war natürlich keine Alternative. Es sind nur noch gut drei Monate bis zur Abgeordnetenhauswahl, da tauscht man sein Spitzenpersonal nicht mehr aus.

Herausforderungen für Wegner

Die Liste der Probleme von Kai Wegner ist jedoch lang, da konnte beim CDU-Parteitag auch seine emotionale Rede kaum helfen. Das verstolperte Krisenmanagement nach dem Anschlag auf das Stromnetz, die Fördergeldaffäre, der verlorene Rechtsstreit um den Görlitzer Park, die eigene Senatorin als Lebensgefährtin, Personalentscheidungen, die Fragen aufwerfen. Das alles muss Wegner jetzt hinter sich lassen, will er die Wahl gewinnen. Seine Rede war da nicht verkehrt: Viele in der Stadt wollen nicht noch einmal einen rot-rot-grün regierten Senat. Die „pragmatische Mitte“ will Wegner repräsentieren: keine Ideologie bei Verkehr oder Bildung, eine erfolgreiche Verwaltungsreform. Im Wahlkampf muss er allerdings überzeugen, dass er bei diesen Themen auch wirklich etwas bewegt.

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Die CDU will regieren

Sein Wahlergebnis zeigt eines: Die CDU will regieren. Mit dem 93-Prozent-Ergebnis hat die Partei ihm geholfen. Weit mehr, als Wegner sich selbst in den letzten Monaten hilfreich war. Wo der Ebola-Patient behandelt wurde. Auf der Sonderisolierstation der Charité werden Menschen mit gefährlichen Krankheiten versorgt. Alexander Rothe hat sie sich angesehen. Berliner Start-up in Brasilien. Kollege Joachim Fahrun ist derzeit mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und ihrer Delegation in Rio de Janeiro unterwegs. Dabei lernte er den Berliner Unternehmer Sebastian Denef kennen, der KI-Agenten an den brasilianischen Energieriesen Petrobas verkauft. Seinen Bericht lesen Sie hier.

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