Buckelwal „Timmy“: Obduktion am dänischen Strand gestartet – Flipper abgetrennt
Buckelwal „Timmy“: Obduktion am Strand von Anholt gestartet

Obduktion von Buckelwal „Timmy“ auf Anholt: Flipper abgetrennt und Kadaver geöffnet

Die Obduktion des toten Buckelwals „Timmy“ auf der dänischen Insel Anholt hat am Donnerstagnachmittag begonnen. Zahlreiche Experten in Schutzanzügen versammelten sich am Strand, um den stark aufgeblähten Kadaver zu untersuchen. Bereits zuvor war eine Brustflosse, der sogenannte Flipper, abgetrennt worden, um sie für den Abtransport vorzubereiten.

Arbeiten an Geschlechtsteilen und Kiefer

Laut News5-Reporter Tobias Grabow schreiten die Arbeiten an den Geschlechtsteilen des Wals voran. Zuvor wurde auch am Kiefer gearbeitet. Der Gestank am Kopf des Kadavers sei kaum auszuhalten, während an der Schwanzflosse der Wind günstig stehe. Die Experten wechseln sich bei der anstrengenden Arbeit ab, und die Messer müssen immer wieder nachgeschärft werden.

Obduktion im Detail: Vermessung und Probenentnahme

Gegen 16:15 Uhr trafen die Experten ein, darunter Vertreter von Museen und Institutionen. Der Kadaver wurde zunächst mit Maßbändern vermessen, die Ergebnisse notiert und Foto- sowie Videoaufnahmen angefertigt. Anschließend wurde der Kadaver an mehreren Stellen aufgeschnitten, wodurch der stark aufgeblähte Körper an Umfang verlor und die inneren Organe freigelegt wurden. Die Probenentnahme ist auf eine Stunde angesetzt, die gesamte Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern.

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Hintergrund: Die gescheiterte Rettungsaktion

Der Buckelwal, der von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt wurde, war im März und April mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet. Gegen den Rat von Wissenschaftlern wurde er in einer privaten Rettungsaktion in einer Barge zur Nordsee gebracht und freigelassen. Knapp zwei Wochen später wurde der tote Wal vor Anholt entdeckt. Die Todesursache soll nun geklärt werden.

Greenpeace fordert Konsequenzen

Greenpeace-Aktivistin Daniela von Schaper betonte, dass die Obduktion wichtige Erkenntnisse liefern könne, insbesondere ob Fischernetze im Magen oder Maul des Wals zum Tod geführt haben. Sie forderte ein Stellnetzverbot in der Ostsee, da solche Netze immer wieder Meeressäuger gefährden. „Diese Geschichte ist etwas, das so nicht mehr passieren darf“, so von Schaper.

Explosionsgefahr und Sicherheitsmaßnahmen

Der durch Faulgase aufgeblähte Kadaver birgt weiterhin Explosionsgefahr. Eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums erklärte, dass die Gase kontrolliert entweichen könnten, etwa durch einen Schnitt entlang des Rückens. Zuschauer sollten einen Abstand von mindestens 100 Metern einhalten, um sich vor umherfliegenden Fleischbrocken und Krankheitsübertragungen zu schützen.

Weiteres Vorgehen nach der Obduktion

Nach der Untersuchung soll der Kadaver zerteilt und in bereitstehende Container verladen werden. Der Abtransport dieser Container von der Insel wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Einheimische sind besorgt, dass der übel riechende Kadaver Badegäste abschrecken könnte. Das Skelett des Wals könnte später Museen für Bildungszwecke zur Verfügung gestellt werden.

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