US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass die neue Air Force One, ein Geschenk aus Katar, umfassend nachgerüstet wird. Grund sind offenbar Sicherheitsbedenken, insbesondere bezüglich der Raketenabwehr der Maschine. Der Jumbojet vom Typ Boeing 747 soll für etwa einen Monat aus dem Verkehr gezogen werden, um die Nachrüstungen durchzuführen.
Hintergrund der Nachrüstung
Der erste Flug von Trump mit der neuen Präsidentenmaschine liegt erst wenige Wochen zurück. Bereits Anfang Juli war Trump nach dem Nato-Gipfel in Ankara überraschend auf eine ältere Air Force One umgestiegen, als er nach Großbritannien reiste. Während Trump dies als Schritt „der alten Zeiten wegen“ bezeichnete, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die neue Maschine nicht über die gleichen Raketenabwehrsysteme verfüge wie ältere Modelle.
Auf die Frage von Journalisten bei seiner Rückkehr von der Club-WM in New Jersey, ob dem Flugzeug Fähigkeiten zur Raketenabwehr fehlten, antwortete Trump: „Es hat viele Fähigkeiten. Aber soweit ich weiß, werden sie es in etwa einem Monat oder so wegschicken, damit es komplett aufgerüstet wird. Das wird ungefähr einen Monat dauern.“ Die US-Luftwaffe ließ eine Anfrage zur Stellungnahme zunächst unbeantwortet.
Das Geschenk aus Katar
Den umgebauten Großraumjet hatte Trump im vergangenen Jahr als Geschenk von Katar angenommen. Der Rüstungsdienstleister L3Harris Technologies hatte die Maschine in einem beschleunigten Programm zur Präsidentenmaschine umgerüstet und in den von Trump gewünschten Farben Rot, Weiß, Dunkelblau und Gold lackiert. Die schnelle Aufrüstung des geschenkten Flugzeugs hatte bei Experten die Sorge geweckt, dass es weniger sicher sein könnte als die bislang genutzte hellblaue Air Force One.
Kritiker stellten zudem die Kosten und die Angemessenheit der Annahme des Geschenks infrage. Die „New York Times“ hatte über Sicherheitsmerkmale der neuen Maschine berichtet. Anfang des Monats wurden Journalisten der Zeitung vor eine Grand Jury in Manhattan vorgeladen, um über ihre Quellen auszusagen. Die Zeitung beantragte gerichtlich, diese Vorladungen zu stoppen.
Verzug bei geplanter Auslieferung
Der Jet aus Katar ist als Übergangslösung vorgesehen, weil Boeing bei der Auslieferung der seit Langem geplanten neuen Air Force One-Maschinen in Verzug ist. Der Konzern soll im Rahmen eines 2018 geschlossenen Festpreisvertrags über 3,9 Milliarden Dollar zwei speziell gebaute 747-8 liefern. Das Projekt liegt jedoch vier Jahre hinter dem Zeitplan. Mit der Auslieferung wird frühestens Mitte 2028 gerechnet.
Die neue Air Force One war ein Geschenk Katars an Donald Trump. Trotz der Sicherheitsbedenken dürfte die prunkvolle Inneneinrichtung ganz nach dem Geschmack des Präsidenten sein.



