Dauerhafte Psychiatrie-Unterbringung für mutmaßlichen ICE-Angreifer beantragt
Sieben Monate nach einem brutalen Angriff in einem ICE bei Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen hat die Staatsanwaltschaft Regensburg einen Antrag auf dauerhafte Unterbringung des Tatverdächtigen in einem psychiatrischen Krankenhaus gestellt. Ein Sprecher bestätigte, dass nun das Landgericht Regensburg über die Notwendigkeit eines Prozesses entscheiden muss.
Angriff mit Axt und Hammer im ICE
Am 3. Juli 2025 soll der damals 20-jährige Syrer in dem Zug mehrere Fahrgäste mit einer Axt und einem Zimmererhammer attackiert haben. Laut Ermittlern ging er mit einem feindlichen Blick durch ein Abteil und fixierte zwei Passagiere. Ein 39-jähriger Deutscher, der telefonisch einen Notruf tätigte, wurde demnach unvermittelt mit der Axt auf den Kopf geschlagen, erlitt einen Stirnbeinbruch und wurde bewusstlos.
Im Anschluss versuchte der Angreifer, einen 25-jährigen Syrer ebenfalls mit der Axt zu töten. Die Schläge trafen jedoch die 51-jährige Mutter des Mannes, die sich schützend vor ihren Sohn warf und eine Schädelfraktur erlitt. Ihr 15-jähriger zweiter Sohn, der den Angreifer abhalten wollte, wurde durch Schläge, Tritte und Bisse verletzt.
Passagiere überwältigen den Angreifer
Als der Tatverdächtige erneut den 25-Jährigen attackierte, gelang es diesem, die Axt zu entreißen und in Notwehr einzusetzen. Der Angreifer erlitt dabei eine Kopfverletzung, versuchte aber dennoch, den 25-Jährigen zu erwürgen. Letztlich konnten weitere Passagiere den Beschuldigten fixieren und überwältigen.
Psychische Erkrankung und Schuldunfähigkeit
Ein Gutachten ergab, dass der inzwischen 21-jährige Beschuldigte psychisch krank ist. Die Staatsanwaltschaft geht daher davon aus, dass er zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war und weiterhin als gefährlich eingestuft wird. Ihm werden versuchter Totschlag in zwei Fällen sowie gefährliche und fahrlässige Körperverletzung zur Last gelegt – alles im Zustand der Schuldunfähigkeit.
Ein ursprünglicher Untersuchungshaftbefehl wurde bereits kurz nach dem Vorfall in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt. Seitdem befindet sich der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus. Zur Sache hat er sich bislang nur fragmentarisch geäußert, bestritt jedoch die Tötungsabsicht. Die Ermittlungsbehörde betont die Unschuldsvermutung.



